EU-Kommission will Verlängerung des Einreisestopps in EU bis 15. Juni

Coronavirus

Seit knapp zwei Monaten schirmt sich die EU ab: Wegen der Corona-Krise dürfen kaum noch Menschen einreisen. Jetzt empfielhlt die EU-Kommission, die Einschränkungen erneut zu verlängern.

Brüssel

09.05.2020, 08:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission.

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission. © picture alliance/dpa

Die weitreichenden Einreisebeschränkungen in die EU wegen der Corona-Krise sollten aus Sicht der EU-Kommission um weitere 30 Tage bis zum 15. Juni verlängert werden. Dies schlug die Brüsseler Behörde am Freitag vor.

Die Lage in Europa und weltweit bleibe instabil. "Daher sollten Maßnahmen an den Außengrenzen fortgesetzt werden, um das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Krankheit durch Reisen in die EU zu verringern", teilte die EU-Kommission mit.

Einreisestopp liefe zum 15. Mai aus

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst einzuschränken.

Vor einem Monat war der Einreisestopp schon einmal verlängert worden, am 15. Mai liefe er eigentlich aus. Es gelten Ausnahmen unter anderem für EU-Bürger, Ärzte und Pflegekräfte. Die Entscheidung über derlei Einreisebeschränkungen kann jedes Land für sich treffen.

Davon unberührt: Kontrollen an den Binnengrenzen

Unberührt von dem Vorschlag der EU-Kommission bleiben die Kontrollen an den Binnengrenzen Europas. Etliche Staaten hatten zu Beginn der Corona-Krise Grenzkontrollen im eigentlich kontrollfreien Schengenraum eingeführt - auch Deutschland.

Menschen, die weder Deutsche noch dauerhaft hier ansässig sind, dürfen seither nur noch aus einem “triftigen Reisegrund” nach Deutschland kommen. Jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreist, muss sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben.

Forderung: Deutschland solle die Grenzkontrollen zu Nachbarländern aufheben

Zuletzt gab es immer mehr Forderungen, Deutschland solle die Kontrollen an den Grenzen zu seinen Nachbarländern aufheben. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verteidigte die bislang bis zum 15. Mai angesetzten Kontrollen und verwies auf laufende Gespräche mit den Ländern.

"Unser oberstes Ziel ist die Wiederherstellung eines voll funktionsfähigen Schengenraums der Freizügigkeit, sobald die Gesundheitslage dies zulässt", sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson am Freitag. Dann erst könnten die Beschränkungen an den Außengrenzen aufgehoben werden.

RND/dpa