Eugen Ruge erhält Deutschen Buchpreis

FRANKFURT / MAIN Der Deutsche Buchpreis 2011 geht an Eugen Ruge. Eine Dankesrede hatte er nicht vorbereitet: "Da bin ich zu abergläubisch", sagte der Autor am Montagabend im Frankfurter Rathaus, als er den Preis für seine DDR-Familiensaga "In Zeiten des abnehmenden Lichts" den Deutschen Buchpreis erhielt. Auf die Ehrung reagierte der 57-Jährige ganz nüchtern - schließlich ist er ja Mathematiker.

von dpa

, 10.10.2011, 21:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eugen Ruge bekommt den Deutschen Buchpreis.

Eugen Ruge bekommt den Deutschen Buchpreis.

 Dabei ist die Auszeichnung so etwas wie die Krönung eines Lebenswerks. Seit der Wende hat er über seinem Roman gebrütet - und jetzt wird sein Erstlingsprosawerk gleich zum "Roman des Jahres" gewählt.

Der stark autobiografisch geprägte Roman ist zwischen Berlin, der Sowjetunion und Mexiko angesiedelt. Es geht um die Geschichte einer weitverzweigten Familie, die an die DDR mal geglaubt hat. "Sein Buch erzählt von der Utopie des Sozialismus, dem Preis, den sie dem Einzelnen abverlangt, und ihrem allmählichen Verlöschen", heißt es in der Begründung der Jury weiter. Das Buch zeichne sich trotz des anspruchsvollen Themas "durch große Unterhaltsamkeit und einen starken Sinn für Komik aus", stellte die Jury fest.Familienprojekt

Die Juroren ließen sich auch nicht davon abschrecken, dass Ruge vor wenigen Tagen bereits den "aspekte"-Literaturpreis erhalten hat. 2009 war schon das Manuskript des Romans mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet worden - was ihm die Weiterarbeit an seinem Familienprojekt erst ermöglicht hat.

Von den 37 500 Euro, mit denen der Deutsche Buchpreis dotiert ist, erhält Ruge 25 000 Euro. Für ihn selbst werde sich aber nichts ändern, meint er bescheiden. Er hoffe aber, dass sein Buch auch Vorurteile gegenüber der DDR abbauen könne.

Eine Besprechung des preisgekrönten Romans finden Sie ab Montag in unserem Speziel "Lesestoff".  

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