Extremsportler auf dem Esoterik-Tripp

"Point Break"

25 Jahre ist es her, dass Patrick Swayze in "Gefährliche Brandung" den Kopf einer Clique von Bankräubern und Surfern spielte, deren freies wildes Leben einen FBI-Agenten (Keanu Reeves) in seinen Bann zog. Jetzt gibt es die Neuauflage in den Kinos.

21.01.2016, 17:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Point Break ist vor allem eine Stunt-Show.

Point Break ist vor allem eine Stunt-Show.

Das Remake von Ericson Core teilt mit Kathryn Bigelows Klassiker noch den Originaltitel "Point Break", sonst ist alles auf Sensation gebürstet: Wellenreiten und Fallschirmspringen reichen nicht, Gefährlicheres muss her. Snowboarden, Basejumping, Freeclimbing.

Teilweise sieht der Film wie eine Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme für Extremsportler aus, deren Husarenstücke elektrisierend fotografiert sind. Kein Wunder, denn Ericson Core, von Haus aus Kameramann, war in doppelter Funktion am Werk, inszenatorisch und als "Chef-Optiker".

Reiten auf Monsterwellen

Er weiß, wie man Adrenalin-Junkies ins Bild rückt - als tolle Hechte, die Monsterwellen reiten, per Wingsuit ins Tal fliegen und im Schmuck ihrer Tattoos mächtig sexy rüberkommen. Johnny Utah (Luke Bracey) stößt zur Truppe des sportlichen Tausendsassas Bohdi (Edgar Ramirez). Nicht weil er den ultimativen Kick sucht, sondern weil er fürs FBI arbeitet.

Bohdi und Kollegen haben Diamanten geklaut und die Armen Mumbais beschenkt. Sie überfielen einen fliegenden Geldtransport und ließen Dollars über Mexiko regnen.

Acht Aufgaben

Es sind moderne Robin Hoods, besessen vom Ehrgeiz, acht Extrem-Übungen zu absolvieren, die ein Japaner zur Krönung unserer Existenz erklärt hat. Hier konstruiert der Film einen verquasten esoterischen Überbau, irgendetwas mit Mensch, Natur, Respekt und "Mutter-Erde etwas zurückgeben".

Das "philosophische" Gewäsch geht einem auf den Wecker, es liefert die (dünne) Motivation für den nächsten Todesritt. Als Stunt-Parade hat "Point Break" viel zu bieten, als Kriminalthriller bleibt er lau. Bis auf Bohdi und Utah, die maximal halb lebendig wirken, sind die Figuren grobe Skizzen. Das gilt für Ray Winstones FBI-Veteranen wie für Teresa Palmer, die gerade mal zum Küssen gebraucht wird. Schön gefilmte Werbung für den Risiko-Sport.

 

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