Fantasievoller Abschied vom Kinderballett

Schindowskis "Hexeneinmaleins"

GELSENKIRCHEN. Es gibt zu wenig Fantasie auf der Welt! Das muss sich ändern, beschließt die Chefin aller Hexen und organisiert einen Hexenkongress - und schon beginnt ein Wettstreit der Zauberer. Der größte Hexenmeister ist freilich der Erfinder dieses "Hexeneinmaleins" selbst: Gelsenkirchens scheidender Ballettchef Bernd Schindowski nimmt mit diesem Stück seinen Abschied von den Kindern.

von von Heinz-Albert Heindrichs

, 04.04.2011, 16:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Hexen sind los am Gelsenkirchener Musiktheater, wo Bernd Schindowski sein letztes Kinderballett zeigt.

Die Hexen sind los am Gelsenkirchener Musiktheater, wo Bernd Schindowski sein letztes Kinderballett zeigt.

Diesmal hat er sogar die Musik-Collage erfunden, die Kinderlieder, Geräusche, Pop- und Kunstmusik in ein blühendes Chaos verwickelt, das er dann als Regisseur, Choreograph und Bühnenbildner in ebenso verrückte Bilder und Tanzschritte umsetzt. Und Andreas Meyer, dem Kostümbildner, sowie der Technik des Hauses fallen dazu immer neue und faszinierende Kleider- und Zaubertricks ein, so dass Kinder und Erwachsene aus dem Staunen nicht herauskommen.Wonne der Fantasie "Die Ordnung ist die Lust der Vernunft, aber die Unordnung ist die Wonne der Fantasie", hat der Dichter Paul Claudel einmal geschrieben. Was Schindowski und sein Tanzteam diesmal auf die Beine stellen, das ist wirklich die reinste Wonne der Fantasie: das HexenEinMalEins sprüht nur so von vitaler Lebenslust, von unberechenbaren Einfällen, von befreiendem Humor und Witz. Hauptperson ist ein tolpatschiger Jäger in bayrischen Lederhosen. Er verirrt sich in dieses farbenfrohe Chaos, Hexen und Zauberer treiben mit ihm ein verrücktes Verwirrspiel. Der Jäger aber wird so fasziniert von diesem Chaos der Fantasie, dass er am Ende selbst zum Zauberer wird.Zauberhafte Anderswelt Als Erwachsener bekommt man Kinderaugen, möchte die Augenblicke festhalten, aber sie übersteigen einen und man gerät in eine zauberische Anderswelt, in der das Berechenbare, das Alltägliche für eine Stunde aufgehoben ist. "Kann ich das alles nochmal sehen?", fragt ein Kind nach der Vorstellung. Diese Welt der Fantasie zu eröffnen, ist eine wichtige Aufgabe der Künste, die vor allem Kinder nicht früh genug erlernen sollten. Es ist gut, ja notwendig, dass es Künstler wie Schindowski gibt, die Kinder nicht bloß unterhalten, sondern gerade ihnen ein Bündel an geballter, schöpferischer Lebensfreude vor Augen führen und zumuten. Denn, wie gesagt, es gibt zu wenig Fantasie auf der Welt!Karten unter Tel. (0209) 409 72 00.

Lesen Sie jetzt