Farbige Ausrufezeichen

Horst Becking in Hagen

HAGEN Die Bilder heißen "Am Sonnenhang", "Oktoberlicht", "Tanzende Gondeln" oder "Lido de Venezia": Deutlich spiegeln sich Horst Beckings viele Reisen in seinen Werken wider. Rund 180 Arbeiten des Hagener Künstlers sind ab Sonntag in der Ausstellung "Tage in ... II" im Osthaus Museum Hagen zu sehen.

von Von Katharina Pfeifle

, 10.03.2011, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Horst Becking, der bei Joseph Beuys und Rupprecht Geiger studierte, vor seinem markanten Bild »Märchenland«.

Horst Becking, der bei Joseph Beuys und Rupprecht Geiger studierte, vor seinem markanten Bild »Märchenland«.

Der 74-Jährige lebt und arbeitet gerne in seiner Heimatstadt, "ich bin glücklich hier", erzählt er, und doch zieht es ihn immer wieder Richtung Süden, nach Italien, Spanien, Griechenland und in den Orient. Und eine Stadt besucht er immer und immer wieder: Venedig. "Ich war schon zigmal in Venedig, aber wenn ich dort über eine Brücke gehe, und unten fährt gerade eine Gondel vorbei, dann bleibe ich immer noch stehen. Es ist so kitschig schön."Eindrücke und Farben Von seinen Reisen bringt Becking, der bei Joseph Beuys und Rupprecht Geiger studierte, nicht nur Eindrücke und Erinnerungen mit, sondern auch Farben. Allgegenwärtig ist ein tiefes, wunderschönes Blau, das Becking in all seinen Variationen auskostet. Dazu gesellen sich Rot, Grün, Gelb und immer wieder ein selbstbewusstes Weiß, sie formen sich zu Landschaften, Bergen, Bäumen, Wasser, Schnee oder Architekturfragmenten. Geradezu eine Farbexplosion ist das großformatige "Märchenland" mit seinen vielen bunten Tupfern. Im Kontrast dazu hängt gegenüber das stark reduzierte Bild "Im weißen Licht" mit seinen schlichten, einfachen Strichen und den hellen Flächen. "Es gehört Mut dazu, früh im Bild aufzuhören", sagt Becking.Platz für große WerkeAuch in der zentralen, hohen Halle des Museums wird den großen Werken Platz eingeräumt: Hier hängen Beckings Arbeiten auf "Basche", einem Material ähnlich einer Marktplane. Im kleineren Format greift Becking regelmäßig auf alte Handschriften, Buchdeckel oder Notenblätter zurück und hinterlässt auf ihnen seine farbintensiven Ausrufezeichen. Das älteste Ausstellungsstück ist die Radiermappe "Unter dem Milchwald" von 1971, das neueste wurde erst vor wenigen Tagen fertiggestellt: "Tage in ... II" heißt die Radierung, sie schießt weit in die Höhe - der Umgang mit der riesigen Druckplatte geriet zur großen Herausforderung. Nun begrüßt sie den Besucher direkt am Eingang des Museums.

Osthaus Museum Hagen: "Horst Becking - Tage in ... II", 13.3. bis 8.5., Museumsplatz 1, Di-Fr 10-17 Uhr, Do 13-20, Sa/So 11-18. www.osthausmuseum.de

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