Fast 80 verletzte Polizisten nach massiven Angriffen bei Corona-Demo

Corona-Demonstration

Am Mittwoch haben mehrere Tausend Menschen in Berlin gegen die Corona-Politik demonstriert. Nach Angaben der Polizei sind dabei Einsatzkräfte massiv angegriffen worden.

Berlin

20.11.2020, 04:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei der Anti-Corona-Demonstration am Mittwoch sind fast 80 Polizisten verletzt worden.

Bei der Anti-Corona-Demonstration am Mittwoch sind fast 80 Polizisten verletzt worden. © picture alliance/dpa

Bei der Demonstration gegen die Corona-Politik am Mittwoch in Berlin sind nach Angaben der Polizei Einsatzkräfte massiv angegriffen worden. Es habe 77 verletzte Polizisten und 365 Festnahmen gegeben, berichtete die Polizei am Donnerstagabend in einer vorläufigen Bilanz zu den Protesten in Berlin-Mitte.

„Das Potenzial und die Brutalität der Gewalt am Mittwoch waren immens. Einzelne Stimmen haben mir gesagt, sowas haben wir in Berlin seit Jahrzehnten nicht erlebt“, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik dem „Tagesspiegel“.

Wasserwerfer kamen bei Corona-Demo zum Einsatz

Da die Demonstranten gegen die Hygiene-Auflagen angesichts der Corona-Pandemie verstießen, verfügte die Polizei die Auflösung der Versammlung. Schließlich kamen mehrfach Wasserwerfer zum Einsatz, weil die Teilnehmer laut Polizei nicht abziehen wollten.

Einzelne Gruppen griffen Einsatzkräfte massiv an, wie die Polizei mitteilte. Demonstranten versuchten demnach, Polizisten die Helme vom Kopf zu zerren. Bei einigen Einsatzkräften seien die Visiere hochgerissen worden, es sei Reizgas ins Gesicht gesprüht worden. Flaschen, Steine und Pyrotechnik seien auf Einsatzkräfte geflogen.

257 Strafermittlungsverfahren

Zudem hätten rund 40 Hooligans versucht, Absperrlinien zu durchbrechen, um in Richtung des Reichstagsgebäudes zu gelangen. Hier hätten die Einsatzkräfte Reizgas eingesetzt. Polizisten seien unter anderem auch mit Stühlen und Tischen, die vor Lokalen standen, beworfen worden. Die Polizei leitete 257 Strafermittlungsverfahren ein, teils wegen schweren Landfriedensbruchs und versuchter Gefangenenbefreiung.

Im Plenum des Bundestages war am Mittwoch über die staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in der Corona-Pandemie beraten worden. Die Polizei hatten den Bereich daher weiträumig abgesperrt.

Nach Angaben der Polizei vom Donnerstag versammelten sich rund 9000 Menschen am Brandenburger Tor zu Protesten gegen die Corona-Politik. Am Mittwoch hatte eine Sprecherin von rund 7000 Menschen gesprochen. Rund 2500 Einsatzkräfte begleiteten laut Polizei die Proteste.

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