Fehlerhaftes Schnelltest-Ergebnis? Temperatur und Lagerung sind entscheidend

Coronavirus

Antigen-Schnelltests machen es möglich, akute Corona-Infektionen innerhalb weniger Minuten aufzuspüren. Bei der Durchführung kommt es insbesondere auf die Aufbewahrung und Temperatur an.

Schönkirchen

23.03.2021, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei der Durchführung von Schnelltests kommt es insbesondere auf die Aufbewahrung und Temperatur an.

Bei der Durchführung von Schnelltests kommt es insbesondere auf die Aufbewahrung und Temperatur an. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Nicht immer liefern Corona-Schnelltests verlässliche Ergebnisse. Sogenannte falschpositive Antigenschnelltests haben etwa in einer Kita in Schönkirchen (Schleswig-Holstein) für Aufregung gesorgt.

Die 15 Mitarbeiter der Einrichtung hatten sich vorsorglich auf das Coronavirus testen lassen, bei neun fiel der Test positiv aus, berichteten die „Kieler Nachrichten“. Als sie anschließend einen PCR-Test machten, zeigte sich jedoch, dass die Testergebnisse fehlerhaft waren. Die positiv getesteten Mitarbeiter hatten sich doch nicht mit dem Virus infiziert.

Wie kommt es zu solchen Fehlern – und was sollte man beim Nutzen der Selbst- und Schnelltests beachten?

Antigenschnelltests müssen in Deutschland Mindestkriterien erfüllen

Wie bei allen Corona-Tests besteht auch bei den Antigenschnelltests das Risiko, dass sie falschpositive oder falschnegative Ergebnisse liefern.

Die Qualität der Tests ist abhängig von der Spezifität und Sensitivität, die beschreiben, wie zuverlässig der Test infizierte und nicht infizierte Personen erkennt. Aber auch der Anteil der Infizierten unter den getesteten Personen hat nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) Einfluss auf die Aussagekraft.

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Das Paul-Ehrlich-Institut hat Mindestkriterien für Antigenschnelltests festgelegt. Demnach müssen sie eine Spezifität von mehr als 97 Prozent aufweisen – das heißt, 97 von 100 Nichtinfizierten müssen als solche erkannt werden. Und die Sensitivität muss mehr als 80 Prozent betragen.

Also bei 80 von 100 Infizierten muss der Test auch wirklich ein positives Ergebnis anzeigen. Verglichen mit den PCR-Tests sind Schnelltests dennoch weniger zuverlässig, weshalb auf einen positiven Schnelltestbefund immer ein PCR-Test folgen sollte.

Lagerung und Temperatur kann Schnelltest-Ergebnisse beeinflussen

Doch warum kann es bei Antigenschnelltests zu falschpositiven oder falschnegativen Ergebnissen kommen? Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Ein wichtiger ist die Temperatur. Eine im „Journal of Virology“ veröffentlichte Studie mit der Untersuchung mehrerer Tests kommt zu dem Schluss, dass erhöhte Temperatur bei der Lagerung die Test-Sensitivität bei klinisch relevanten Viruskonzentrationen beeinträchtigt.

Selbst eine kurzfristiger Lagerung bei 37 Grad verringere die Sensitivität des Tests. Niedrige Temperaturen hingegen begrenzen die Spezifität. Die Forscher kommen deshalb zum Schluss, dass die Lagerung und der Betrieb von Schnelltests unter empfohlenen Bedingungen der Hersteller „unerlässlich“ seien.

Auch die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hatte in einem Brief an Labormitarbeiter und Dienstleister im Gesundheitswesen appelliert, bei der Durchführung der Tests und beim Ablesen der Ergebnisse unbedingt die Gebrauchsanweisung der Hersteller zu beachten.

Gelagert und aufbewahrt werden dürfen sie nur bei Temperaturen zwischen 15 und 30 Grad – und keinesfalls im Kühlschrank. Auch der Zeitpunkt zum Ablesen der Testergebnisse ist entscheidend: „Das Ablesen des Tests vor oder nach der angegebenen Zeit kann zu falschpositiven oder falschnegativen Ergebnissen führen“, schrieb die FDA.

Handschuhe richtig verwenden, Kreuzkontaminationen vermeiden

Zu falschen Ergebnissen kann es ferner kommen, wenn der Arbeitsbereich unzureichend gereinigt oder Schutzausrüstung wie Handschuhe unsachgemäß verwendet wird. Dies würde das Risiko einer sogenannten Kreuzkontamination erhöhen, so die Behörde.

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Weshalb nun die Antigenschnelltests in Schönkirchen falschpositive Ergebnisse lieferten, blieb unklar. Kita-Leiterin Antje Plöger hatte vom zuständigen Gesundheitsamt erfahren, dass die Tests beispielsweise anfällig für Kälte sein könnten.

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