Fenster zur Welt im Gasometer

Ausstellung "Magische Orte"

Sie soll ein Fenster zur Welt sein, Fernweh auslösen - dennoch hat sich in der Ausstellung "Magische Orte" im Gasometer Oberhausen ein Einheimischer unter die Exponate geschlichen.

OBERHAUSEN

von von Benjamin Blum

, 07.04.2011, 19:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Taj Mahal.

Das Taj Mahal.

Der Ammonit, ein 87 Millionen Jahre alter Kopffüßler, stammt aus Dortmund-Wambel. Die Fossilien sind jedoch nur Bodensatz zwischen den Fotografien im Erdgeschoss. Im Zentrum des Gasometers streckt sich der Höhepunkt der Ausstellung in Richtung Kuppel: Ein 43 Meter hoher Baum, der in 15-minütigen Sequenzen von Scheinwerfern ausgeleuchtet wird. "Wie der Ablauf eines Tages", sagt Kurator Wolfgang Volz.Die Kräfte der Erde "Auf der untersten unserer drei Ebenen geht es um die dynamischen Kräfte der Erde", sagt der zweite Kurator Peter Pachnicke. Man wolle die Besucher über das Ästhetische zu den Bildern ziehen, um Sehnsucht zu wecken und Neugier zu befriedigen. Diese Mischung aus Kunst und Populärwissenschaft funktioniert: Spektakuläre Motive - zum Beispiel die Iguazu-Wasserfälle, die sich zwischen Brasilien und Argentinien in den "Rachen des Teufels" stürzen - werden auf Tafeln mit Informationen unterfüttert. Im Fall des Iguazu wird die indianische Legende einer tragischen Liebe erläutert.Himmel über Dubai In der ersten Etage der Ausstellung sind dann magische Orte und Skulpturen zu sehen, die von Menschenhand geschaffen wurden: Die Sphinx thront vor den Pyramiden von Gizeh, am Mount Rushmore lächeln US-Präsidenten und das mehr als 800 Meter hohe Burdsch Chalifa bohrt sich in den Himmel über Dubai. Gelungen ist der Brückenschlag zwischen den Ebenen: "Wie von der Natur geschaffen" heißt das Bild des Guggenheim-Museums in Bilbao, dessen geschwungene Formen scheinbar durch Erosion entstanden sind.Einzige Schwäche: Konservative Motive Bei den Fotografien der Bauwerke zeigt die Ausstellung auch ihre einzige Schwäche: Manches Motiv ist zu konservativ ausgewählt. Das Bild aus einem Gewächshaus von Kew Gardens zum Beispiel, einem botanischen Garten im Südwesten Londons, vermittelt in seiner Beliebig- und Weitläufigkeit nicht die Magie dieser Oase der RuheGasometer Oberhausen: "Magische Orte", 8. 4. bis 30. 12., Arenastraße 11, Di-So 10-18 Uhr.

www.gasometer.de

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