Feuer von Bachs h-Moll-Messe loderte nur in den Fugen

Konzerthaus Dortmund

Erst einmal ist im Konzerthaus Dortmund das „Opus Magnum“ von Bach, die h-Moll-Messe, erklungen: im Juni 2009 mit Thomas Hengelbrock am Pult seines Balthasar-Neumann-Chors und -Orchesters. Der Hamburger sollte auch am Dienstag wieder seine Ensembles durch das zweistündige Riesenwerk führen, musste aber wegen einer Grippe schon am Montag in der Philharmonie Köln absagen.

DORTMUND

, 03.12.2014, 13:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Olof Boman sprang als Dirigent für Thomas Hengelbrock ein.

Olof Boman sprang als Dirigent für Thomas Hengelbrock ein.

Bei der Wiederholung des Konzerts am Samstag (6. 12.), 20 Uhr, in der Philharmonie Essen will Hengelbrock wieder dirigieren. Karten: Tel. (02 01) 812 22 00.

Da fehlte was, und das war nicht nur die sakrale Atmosphäre eines Kirchenraums. Denn eigentlich ist so eine detailbewusst ausgeleuchtete Interpretation wie diese besser im Konzertsaal als in einer halligen Kirche aufgehoben. Mehr solche Arien wie das von Altus Alex Potter ergreifend schön und mit hoher Intensität gesungene (und begleitete) „Agnus Dei“ hätte man sich gewünscht – obwohl die Chorsolisten des Balthasar-Neumann-Chors absolut sicher und souverän sangen.

In den Fugen schürte Boman das Feuer stärker als in den langsamen Sätzen. Zwingender, straffer und in den Tempi zum Teil rasant schnell und viel lebendiger klang Bachs Musik da. Und der großartige Chor, einer der besten für Barockmusik, war wendig, koloratursicher, sang überaus textverständlich, sauber und höchst präzise. Großer Jubel; so kurzfristig in diesem Riesenwerk einzuspringen, ist auch nicht leicht.

Bei der Wiederholung des Konzerts am Samstag (6. 12.), 20 Uhr, in der Philharmonie Essen will Hengelbrock wieder dirigieren. Karten: Tel. (02 01) 812 22 00.

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