Film über die Liebe muss kein Liebesfilm sein

"(500) Days of Summer"

Von Anfang an spielt „(500) Days of Summer“ mit offenen Karten: „Das ist die Geschichte von einem Jungen und einem Mädchen. Aber keine Liebesgeschichte“, warnt eine Stimme aus dem Off.

von Von Klaus-Peter Heß

, 23.10.2009, 16:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Joseph Gordon-Levitt als Tom Hansen und Zooey Deschanel als Summer Finn in der Komödie "(500) Days of Summer".

Joseph Gordon-Levitt als Tom Hansen und Zooey Deschanel als Summer Finn in der Komödie "(500) Days of Summer".

Die Summe der Emotionen einer Beziehung, von der Tom Hansen, der Grußkartentexter, glaubt, sie habe etwas mit Liebe zu tun – mit schicksalsbestimmter Liebe. Keine Frage, Tom ist ein Romantiker. Summer Finn, seine angehimmelte Kollegin im Verlag für hoffnungsvolle Sinnsprüche und nett gemeinte Grüße, sieht das allerdings anders. Was sie trotzdem nicht daran hindert, sich ein wenig auf Tom einzulassen, und manche Nacht auch auf ein wenig mehr. Die beiden albern herum, hören ihre gemeinsame Lieblingsmusik, streifen ziellos durch die Gegend, gehen zusammen ins Kino oder zu Karaoke-Abenden. Was Verliebte eben so machen. Doch der Schein trügt. Sex mit Summer bedeutet eben noch nicht Liebe mit Tom.

Zum Glück erzählt Webb diese Geschichte aus der Distanz eines objektiven Beobachters. Nicht chronologisch auf Toms persönliche Niederlage zusteuernd, sondern wie ein Puzzlespieler, der mal hier, mal dort eine Lücke in der kompletten Erzählung füllt. Leichthändig scheint das Ganze inszeniert, mit Trickfilmeinlagen, bisweilen im szenischen Konjunktiv: Was wäre wenn. Der Indikativ ist desillusionierend: Liebe, so sagt uns der Film, hat nichts mit irgendeiner Art von Bestimmung zu tun, sie ist ein reines Zufallsprodukt. Das klingt banal, vor allem in den Ohren von frisch Verliebten. Sie sind gewarnt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt