Finale auf hohem Niveau zu Ende gegangen

Schubert LiedDuo-Wettbewerb

DORTMUND „Das hier ist kein Spaziergang. Ich will nie wieder so früh singen. Und ich hab so viel Hunger.“ Tenor Simon Bode fielen am Donnerstag, nachdem er das Finale des ersten Schubert LiedDuo-Wettbewerbs in Dortmund überstanden hatte, so viele Steine vom Herzen wie dem Fischer in Schuberts „Liebesglück“.

von Von Julia Gaß

, 02.10.2009, 07:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Simon Bode (r.) hat als einziger Tenor mit seinem Klavierbegleiter Nicholas Rimmer das Finale erreicht.

Simon Bode (r.) hat als einziger Tenor mit seinem Klavierbegleiter Nicholas Rimmer das Finale erreicht.

Simon Bode musste als Zweiter, nach der sehr guten und emotionalen schwedischen Sopranistin Julia Sporsén und einer sängerunfreundlichen Morgenstunde auf die Bühne und sang die Tamino-Arie aus Mozarts „Zauberflöte“. Mit schöner, dunkel gefärbter Tenorstimme. „In dieser Arie gibt es einen Affekt, aber in einem Lied wie ,Fischer Liebesglück‘ prallen Welten aufeinander. Im Lied kann man alles fühlen“, schwärmt der 24-Jährige, der jüngster Finalist ist: „Aber es ist anstrengend und schwer, zwischen Schönberg und Schubert eine Arie zu singen. Das ist mehr ein Wettbewerb gegen sich selbst, nicht gegen andere.“ In der Mitte des Saals sitzt die große Garde des Gesangs: René Kollo, der innerlich mitzusingen scheint, Helen Donath, die viel mitschreibt, Sibylla Rubens, die den Sängern gespannt an den Lippen hängt, gehören zur Jury ebenso wie Liedbegleiter Irwin Gage, der den Pianisten auf die Finger schaut.

„Ich hab extra meine Brille nicht aufgesetzt, damit ich keinen sehe. Klar ist es ein Ansporn, vor so einer hochkarätigen Jury zu singen“, erzählt Bode. Einen sehr guten Begleiter hat der Hannoveraner mit Nicholas Rimmer. Der hat den Text mit den Lippen leise mitgesprochen, als Simon Bode sang. „Man muss mit einem Begleiter über die Texte reden können“, sagt der Tenor. „Man muss ein Gespür für den Atem des Sängers entwickeln“, meint der Pianist. Für den Tenor aus Hannover war dies der erste internationale Wettbewerb. Und fast ein Heimspiel. In Dortmund sang er beim Festival „Next generation“, im Vorort Lütgendortmund wohnten seine Großeltern, eine Kantorin und ein Pfarrer. Einen Preis, mindestens 1000 Euro fürs Erreichen des Finale, hat er wie alle sechs Duos schon gewonnen. Am Freitag (2.10.) um 19.30 Uhr stellen sich die Sieger im Dortmunder Harenberg-Haus vor.

  • » www.schubert-competition.de
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