Finde das Kind in 150 fantasievollen Krippen

Museum "Religio" in Telgte

Wer das Kind in der Krippe finden will, der muss sich auf die Suche begeben. Das gilt im übertragenen Sinne für jeden Menschen, das gilt aber auch ganz konkret für die 74. Krippenausstellung im Telgter Museum "Religio".

TELGTE

von Johannes Loy

, 28.11.2014, 16:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Krippenausstellung Telgte - Finde das Kind von Claudia Onnebrink aus Münster

Krippenausstellung Telgte - Finde das Kind von Claudia Onnebrink aus Münster

Das Ziel – Bethlehem – hat auch Waltraud Buttermann aus Dingden konkret in den Blick genommen. Sie schuf ein überdimensionales Navigationsgerät – und nach 6100 Kilometern hat der Beobachter der Krippenausstellung am 25. Dezember sein Ziel erreicht. Eine lange Reise bis Bethlehem. Wie fast in jedem Jahr haben sich die Krippenkünstler, Profis wie Laien, Kinder wie Senioren, mit viel Fantasie dem weihnachtlichen Geschehen genähert, das gerade 2014 in einem scharfen Kontrast zu Kriegen und Katastrophen steht. So erinnert Josef Vennenkötter an die Bootsflüchtlinge im Mittelmeer, und Heinz Stratmann, ebenfalls aus Telgte, zeigt auf einer Collage mit Landkarte und Kriegsbildern, wie unruhig und blutig es gerade heute im Heiligen Land zugeht.

Bei der Wahl der Kunstformen fällt in diesem Jahr die Fülle an gemalten Krippendarstellungen auf. Ursula Bolling aus Münster zeigt auf ihrem ausdrucksvollen Bild „Im Licht“ einen Hirten mit seiner Herde. Am Himmel wird es hell. Jörgen Habedank aus Tornesch aquarelliert in schönen Farben „Die Ankunft des Gottessohnes“. Auch in diesem Jahr sind ausdrucksstarke Haus- und Kirchenkrippen aus Eichen und Lindenholz zu sehen und führen den Besucher hinein in das geheimnisvolle Geschehen, in Stall und Krippe. Gleiches gilt für Bernhard Tewes aus Ahlen, dessen Weihnachtspyramiden und Schwibbögen nach erzgebirgischem Vorbild immer wieder zum Schauen und Staunen einladen.

Die Krippenschaffenden haben sich wieder aus ganz Westfalen und dem Ruhrgebiet – etwa Karl Wehling aus Oberhausen – eingefunden. Einige Beiträge kommen jedoch auch aus fernen Ländern. So wurde etwa ein großes Wandbild auf der Pazifikinsel Guam für die Ausstellung gestaltet. Außerdem sind vier Steinskulpturen im afrikanischen Simbabwe entstanden. Gerade der schwarze und blitzblank polierte Serpentin-Stein verfügt über eine besondere Ausstrahlung.  

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