Flugzeug stürzt auf Kita-Gelände ab: „Wir sind total schockiert“

Flugzeugabsturz

Auf dem Gelände eines Kindergartens stürzte ein Kleinflugzeug ab - die Fensterfront wurde zerstört, Wrackteile liegen im Sandkasten neben Spielzeugen. Der Pilot starb bei dem Absturz.

Ebermannstadt

17.03.2021, 15:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vor dem Gelände des Integrativen Kindergartens Ebermannstadt ist ein Absperrband gespannt. Nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges auf das Gelände eines Kindergartens im oberfränkischen Ebermannstadt ist die Ursache des Unglücks immer noch unklar.

Vor dem Gelände des Integrativen Kindergartens Ebermannstadt ist ein Absperrband gespannt. Nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges auf das Gelände eines Kindergartens im oberfränkischen Ebermannstadt ist die Ursache des Unglücks immer noch unklar. © picture alliance/dpa

Ein plötzlicher Schneesturm könnte die Ursache für den tödlichen Absturz eines Kleinflugzeuges auf das Gelände eines Kindergartens im bayerischen Ebermannstadt sein. „Während der Pilot in der Luft war und sich schon auf die Landung vorbereitet hatte, kam auf einmal ein Schneesturm auf“, berichtete Tanja Adamski vom dortigen Flugplatz. „Es kann gut sein, dass der Absturz damit zusammenhängt.“

Pilot stirbt bei Absturz

Der Pilot starb nach Angaben der Ermittler noch beim Absturz. Das Gelände des Kindergartens sei zu dem Zeitpunkt schon verlassen gewesen. Der Kindergarten werde trotzdem frühestens nächste Woche wieder öffnen können, meinte die stellvertretende Leiterin Anna Amon. „Die große Fensterfront in einem Gruppenraum ist in Millionen Teile zersplittert. Überall zwischen den Spielsachen liegen Scherben, das ist gefährlich für kleine Kinder.“

Im Sandkasten befänden sich noch kleinere Wrackteile, einige Bäume müssten vermutlich gefällt werden. Auch der Boden könnte durch Kraftstoff verunreinigt sein, sagte Amon.

Plötzlich schlechte Sichtverhältnisse

Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten am Mittwoch noch, warum der 64-Jährige am Vorabend die Kontrolle verlor und im Garten des Kindergartens tödlich verunglückte. „Ein Sachverständiger schaut sich das Wrack noch einmal an und wir werten jede Menge Daten aus“, sagte ein Sprecher der Polizei. Tatsächlich sei es zu dem Zeitpunkt sehr winterlich und neblig gewesen.

Noch kurze Zeit zuvor seien die Bedingungen ideal gewesen, betonte Adamski. „Er war ein sehr erfahrener Pilot. Er gehörte zu unserem Vorstand und war mehrfach die Woche mit seinem Flugzeug unterwegs, bestimmt seit über 40 Jahren.“

Am Dienstag sei er am Flugplatz der Burg Feuerstein zu einem Rundflug aufgebrochen, im ständigen Funkkontakt mit dem Flugleiter. „Er hat ihn auf dem Bildschirm verfolgt - bis zuletzt. Wir sind total schockiert“, meinte die Managerin der Flugschule.

RND/dpa