Frankfurter Buchmesse ist eröffnet

7300 Aussteller

Wenigstens ein paar Dinge auf dieser Welt sind verlässlich: Pünktlich zur Buchmesse fühlt sich jeder Mehr-oder-weniger-Promi bemüßigt, in seinen Erinnerungen zu kramen und mit einer Biografie unter dem Arm in Frankfurt zu erscheinen.

von Von Alexandra von Braunschweig

, 09.10.2013, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sven Hannawald, Uwe Ochsenknecht, Ingrid Steeger, Leander Haußmann, Hanna Schygulla oder Wolfgang Niedecken - sie alle lassen uns teilhaben an ihren Erlebnissen, an ihren Abstürzen, an dem, was so wunderbar ist. Und gibt einen besseren Ort, um mit seinen "Seiten voll Leben" herumzutingeln und Aufmerksamkeit zu bekommen als auf der Buchmesse?

Buchpreisträgerin Terézia Mora Aber Ehre, wem Ehre gebührt: Den Auftakt des diesjährigen Interview-Marathons macht Terézia Mora, Gewinnerin des Deutschen Buchpreises. In Turnschuhen und Jeans sitzt sie ganz natürlich, ganz sympathisch, ganz unprätentiös auf dem "Blauen Sofa" vom ZDF. Beinah, so erzählt sie, wäre ihr Protagonist Darius Kopp in "Das Ungeheuer" ein Recklinghäuser geworden.Ein Held, fast aus Recklinghausen Bei ihren Überlegungen, wer als Anlehnung für ihre Romanfigur herhalten könnte, wäre ihr ein Bekannter aus Recklinghausen eingefallen. Aber dann ließ sie Darius doch lieber Berliner werden: "Ich habe ein sentimentales Verhältnis zu Ossis." Terézia Mora ist auch diejenige, die neben Clemens Meyer - der auch auf der Shortliste des Buchpreises stand - gestern am häufigsten von Couch zu Couch gereicht wurde.

Fragwürdige Auswahl

Ein ganz heißer Kandidat für den Tagessieg beim Interview-Marathon wäre auch er gewesen: Paulo Coelho. Er ist der populärste Schriftsteller des Ehrengastlandes Brasilien. Aber er fand die Auswahl fragwürdig, welche Autoren sein Heimatland auf der Buchmesse vertreten sollen, und so hat Coelho seine Teilnahme abgesagt.

Gastland Brasilien Der brasilianische Pavillon, in dem sich das Gastland vorstellt, lässt ein bisschen die spektakuläre Kulisse vermissen wie beispielsweise Neuseeland mit seiner Wasserlandschaft im letzten Jahr. Dafür ist die geometrische Gestaltung der Wände aus Pappkisten sehr ästhetisch.

Da doch irgendwie jeder auch ein bisschen Schubladendenker ist, vermisst er fast Samba und Fußball bei der Präsentation. Aber Sport gibt es dennoch in dem Pavillon: Die Besucher müssen radeln, damit ihre Beinkraft die Bilder auf dem Monitor zum Laufen bringt, um so Unbekanntes aus dem Land des Rhythmus zu erfahren.

Walk of Fame

Neu gestaltet ist in diesem Jahr der zentrale Platz, der von den Messehallen umzingelt wird - dazu gehören eine neue Veranstaltungsbühne und das "Kids Bubble". Das ist ein futuristisches Zelt, in dem Lesungen und Diskussionen rund um das Kinder- und Jugendbuch stattfinden sollen. Und: Auf dem Platz kommt auch der Glamour nach Frankfurt. Die Buchmesse hat jetzt ihren Walk of Fame. Hier können sich Autoren verewigen und bekommen den obligatorischen Stern am Boden. Und wer steht ganz oben? Sven Hannawald. Manchmal lohnt es sich doch, seine Biografie zuschreiben.

Öffnungszeiten und Karten:

  • Die 65. Auflage der Buchmesse ist noch bis 13. Oktober im Messezentrum Frankfurt geöffnet.
  • Samstag und Sonntag sind die Hallen von 9 bis 18 Uhr auch für Publikum geöffnet.
  • Eintritt: 17 Euro Tageskarte; 24 Euro Wochenendkarte.n den Hallen drei und vier kann man sich über Neuerscheinungen informieren.
  • 7300 Aussteller aus über 100 Ländern zeigen in Frankfurt ihre Neuheiten.
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