Frankreich lockert Corona-Regeln: Exit in Sicht, aber keine schnelle Alltags-Rückkehr

Coronavirus

Bis zum 11. Mai gelten in Frankreich strikte Ausgangsbeschränkungen. Die Regierung warnt: Eine Rückkehr zum normalen Alltagsleben wird es so schnell nicht geben.

Paris

20.04.2020, 05:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Flughafen Paris-Vatry entladen Arbeiter in Schutzkleidung das aus China eingeflogene Frachtflugzeug Antonow An-225 Mriya, in dem ca. 8,6 Millionen Gesichtsmasken und 150 Tonnen Sanitärausrüstung für einen Privatkunden transportiert wurden.

Am Flughafen Paris-Vatry entladen Arbeiter in Schutzkleidung das aus China eingeflogene Frachtflugzeug Antonow An-225 Mriya, in dem ca. 8,6 Millionen Gesichtsmasken und 150 Tonnen Sanitärausrüstung für einen Privatkunden transportiert wurden. © picture alliance/dpa

In Frankreich sollen Besuche in Alten- und Pflegeheimen wieder erlaubt werden. Ab Montag gebe es wieder ein Besuchsrecht, allerdings mit Einschränkungen, teilte der französische Gesundheitsminister Olivier Véran am Sonntagabend bei einer Pressekonferenz mit Premierminister Édouard Philippe mit.

Es dürften nicht mehr als zwei Angehörige gleichzeitig einen Bewohner in einer Senioren- oder sozialen Pflegeeinrichtung besuchen. Außerdem sei körperlicher Kontakt weiterhin verboten, erklärte Véran. Das Besuchsverbot galt seit Mitte März.

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Die Lage hinsichtlich der Verbreitung des Virus Sars-CoV-2 hatte sich in Frankreich in den vergangenen Wochen vor allem in den Pflegeeinrichtungen zugespitzt. 45 Prozent aller Einrichtungen landesweit hätten mindestens einen positiv auf das Coronavirus getesteten Fall gemeldet, erklärte Véran.

In Frankreich gelten seit Mitte März strenge Ausgangsbeschränkungen. Sie sollen noch bis zum 11. Mai dauern. Ab dann sollen Schulen und Kindergärten schrittweise wieder öffnen, die Hochschulen aber nicht vor dem Sommer. Wie genau die Schulöffnungen erfolgen sollen, ist nach Angaben Philippes noch nicht entschieden. Dass zuerst die Schulen in weniger betroffenen Gebieten öffnen, sei eine Option.

Gesundheitskrise hält weiter an

„Unser Leben ab dem 11. Mai wird nicht das Leben von davor sein“, betonte Premierminister Philippe. Die Gesundheitskrise halte weiter an. Die Franzosen könnten „nicht sofort“ zum zuvor gewohnten Alltagsleben zurückkehren. Es sei wahrscheinlich, dass das Tragen einer Schutzmaske in den öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend werden könnte, erklärte Philippe.

In Geschäften soll unter anderem Abstand beim Schlange stehen eingehalten werden. Restaurants, Cafés oder Hotels sollen vorerst noch geschlossen bleiben. Die Unternehmen seien zudem dazu angehalten, die Regelungen für Arbeiten im Homeoffice fortzusetzen.

Halbe Million Tests pro Woche als Ziel

Mehr als 19.700 Menschen kamen Gesundheitsbehörden zufolge bisher infolge einer Coronavirus-Infektion in Frankreich ums Leben. Ziel sei es, pro Woche rund eine halbe Million Tests durchzuführen an Menschen, die Symptome zeigten oder mit jemandem Kontakt hatten, der positiv auf das Virus getestet worden sei, sagte Gesundheitsminister Véran. Eine hohe Zahl von Tests sei ein wichtiger Pfeiler der Lockerung im Mai.

Für Senioren oder chronisch Kranke, die als anfälliger für das Virus gelten, sollte es Staatschef Emmanuel Macron zufolge keine Sonderregeln bei der Lockerung der Beschränkungen geben. Er wolle eine Diskriminierung bestimmter Gruppen vermeiden, erklärte Macron am Freitag. Er appellierte aber an die „individuelle Verantwortung“ der Menschen. Zuvor hatten Spekulationen darüber zugenommen, ob besonders gefährdete Menschen länger zu Hause bleiben müssen.

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