Frauen zeigen, wie der Mensch lebt

Filmfestival in Dortmund

DORTMUND "Was tun - Filme zur Situation" heißt das Leitthema des Internationalen Frauenfilmfestivals, das ab Dienstag Filme von Frauen präsentiert, die den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern zeigen, wie der Mensch lebt, wie er mit seinesgleichen und Mutter Erde umgeht.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 08.04.2011, 18:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Menschen müssen ihr Heimat-Atoll Takuu verlassen, weil es im Meer versinkt. Szene aus »There Once Was An Island«.

Die Menschen müssen ihr Heimat-Atoll Takuu verlassen, weil es im Meer versinkt. Szene aus »There Once Was An Island«.

Eine Frauenrechtlerin in Indien ("Pink Saris"), Farmer in Kamerun, die sich gegen den Staat organisieren ("Koundi Et Le Jeudi National"), argentinische Indios und die Begehrlichkeiten der Rohstoffkonzerne ("Open Sky"): Die Reihe "Wer sich nicht wehrt" widmet sich denen, die gegen Unterdrückung und Repressalien kämpfen.Welt aus den Fugen

"The Age Of Stupid" ist ein Warnruf: Ohne die vielzitierte Energiewende wird die Welt aus den Fugen geraten. Die Pole schmelzen, Städte versinken, die Wüste ist auf dem Vormarsch. Nach diesem Film ist ein Programm zu Umwelt und Wirtschaft benannt: "There Once Was An Island" porträtiert Menschen eines Pazifik-Atolls, "The Lie Of The Land" beleuchtet Tierhaltung und Nahrungsproduktion.

 Fünf Filme stellen "Urbane Landschaften" vor. In Brooklyn grassiert die Luxussanierung und zerstört gewachsene Strukturen ("Open House"). Die DDR sang 1981 das Loblied der Platte ("Manchmal Möchte Man Fliegen"). In Amsterdam hatten "Kraaker", Hausbesetzer, in den 80ern ihre große Zeit ("Job En De Hollandse Vrijstaat").Entrechtete Indios

Und aus Bulgarien zeigt das Festival einen Film, der angesichts der Probleme in Dortmunds Nordstadt für Gesprächsstoff sorgen wird: Sophia Tzavella reportiert in "Hotel Rai" die Misere in einer früheren Mustersiedlung für Roma, die 25 Jahre später auf den Hund gekommen ist. Acht Spielfilme stehen im Wettbewerb für Regisseurinnen. Stark und sehenswert ist "Tambien La Lluvia", mit dem das Festival am Dienstag (19.30 Uhr, Cinestar) startet. Ein Filmteam dreht eine flammende Anklage gegen den Terror spanischer Konquistadoren und erlebt, wie Boliviens Indios heute entrechtet werden. Ihr Wasser soll plötzlich einem privaten Investor gehören.

Lesen Sie jetzt