Fütter mich!

CASTROP-RAUXEL Ihr Ruf "Feed me - Fütter mich" ist zum geflügelten Wort geworden. Die Pflanze Audrey im Musical "Der kleine Horrorladen" hat immer Hunger. Und zwar auf Blut! Jetzt feierte das witzige Singspiel im Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel Premiere - beim Open-Air-Festival "Bühne raus".

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 02.09.2007, 17:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gefräßiges Ungeheuer: Markus Kloster und Gerrit Pleuger vor "Audrey II".

Gefräßiges Ungeheuer: Markus Kloster und Gerrit Pleuger vor "Audrey II".

In drei Größen steht der pflanzliche Nimmersatt Audrey auf der Bühne. Vom Topfblumen-Format bis zum XXL-Fressmonster, das ganze Kerle verdaut. – Am Freitag spielte das Westfälische Landestheater (WLT) auf dem Castroper Markt „Der kleine Horrorladen“, berühmt durch das Filmmusical mit Steve Martin.

Schmissiges Orchester

Für die deutsche Bühnenversion hat Michael Kunze die Texte geschrieben. Und wenn Tankred Schleinschock, musikalischer Direktor des WLT, mit dem Lippe-Saiten-Orchester aufspielt, kann man sich auf schmissig burleske Rhythmen freuen. Aufblühende Darsteller Die Darsteller fühlen sich spürbar wohl. Blühen auf unter der Regie von Andreas Lachnit, der ihnen freie Leine zum Chargenspiel gibt. Gerrit Pleuger plärrt mit kieksigem Doofchen-Organ. Markus Kloster gibt den Seymour als Filou, der durch seltsames Grünzeug vom Ladentrottel zum Show-Star wird. Vesna Buljevic legt ihre Arzthelferin als popowackelnde Domina an. Stefan Leonard (köstlich!) geht genüsslich in die Vollen als Rüpel-Rocker und sadistischer Zahnklempner.

Pflanze ist ein Ausstattungs-Clou

Kein Wunder, dass dieser Schweinehund an die fleischfressende Pflanze verfüttert wird. Hinter einem Gazeschleier, Happen für Happen. Die Pflanze – in der ein sichtlich geschlauchter Andreas Kunz das Maul bediente –, ist ein Ausstattungs-Clou für sich: Eine Krokodilsschnauze mit rotem Kussmund. Sonja Herrmann leiht ihr die Stimme, spricht mit Schmackes wie eine überkandidelte Nina Hagen. Durchweg ansprechend die Gesangsparts. Peter Adrian E. Krahl bringt viel Volumen mit. Gut auch die kessen Revuegirls Jenny Braunschweig, Vera Marhold und Cornelia Löhr. Muntere Unterhaltung, frei von den Fesseln angestrengter Sinnproduktion.  

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