Gasflaschen-Angriff auf Bestatter: Rentner wegen Mordversuchs verurteilt

mlzLandgericht Essen

Ein Mann wirft eine offene Gasflasche und einen brennenden Lappen durch das Schaufenster eines Bestatters. Nun haben die Richter das Urteil gefällt. Das Motiv des Rentners macht stutzig.

Gladbeck/Essen

, 24.03.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Am 1. August 2019 hat ein psychisch kranker Mann eine Gasflasche aufgedreht und sie durch das Schaufenster eines Gladbecker Bestatters geworfen. Dann warf er auch noch einen brennenden Lappen hinterher. Am Montag hat das Essener Landgericht das Urteil gesprochen.

Die Richter werteten die Tat als mehrfachen Mordversuch und wiesen den 66-Jährigen in die geschlossene Psychiatrie für Straftäter ein.

Die Katastrophe war damals nur deshalb ausgeblieben, weil der brennende Lappen auf dem Flug in die Büroräume von selbst erloschen war. Das Gas strömte jedoch weiter ungehindert aus. Gearbeitet hat zur Tatzeit zwar niemand, in den Wohnungen über den Räumen des Bestatters hielten sich jedoch acht Personen auf, die akut gefährdet waren.

Mann fühlte sich verfolgt

Der 66-Jährige fühlte sich von dem Bestatter verfolgt, nachdem dieser ihm eine Rechnung über die Beisetzung seiner Mutter geschickt hatte. Er will jedoch weder mit der Beerdigung noch mit seiner Mutter etwas zu tun gehabt haben. Einer vom Gericht beauftragten Psychiaterin hatte der Gladbecker Rentner außerdem erklärt, dass ihn der Bestatter verhext habe. Er sei sogar beim Arzt gewesen, um sich deshalb behandeln zu lassen.

Eine Verbesserung seines Zustandes war auch bis zum Prozess nicht eingetreten.

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