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Geisecker steigen aus - Fusion mit VfL Schwerte geplatzt

Fußball

Peng - geplatzt! Der Geisecker SV hat die Bemühungen um einen Zusammenschluss mit dem VfL Schwerte mit sofortiger Wirkung eingestellt.

SCHWERTE

von Von Michael Dötsch

, 01.11.2012
Geisecker steigen aus - Fusion mit VfL Schwerte geplatzt

Enttäuschung bei allen Beteiligten (v.li.): Projektentwickler Bernd Arnhold, VfL-Präsident Udo Wilkes, Harald Urban (2. Geschäftsführer des VfL), Thomas Redel (Geiseckes sportlicher Leiter) und Martin Gläser (Vorsitzender des Geisecker SV).

Als Harald Urban, zweiter Geschäftsführer des VfL, vor knapp zwei Wochen für den vergangenen Dienstagabend in die VfL-Gaststätte einlud, war noch von einem gemeinsamen Statement beider Vereine zum Stand der Dinge auszugehen. Doch von Gemeinsamkeit konnte keine Rede mehr sein.

"Vielleicht brauchen wir gar nicht weiter zu sprechen", eröffnete ein sichtlich konsternierter VfL-Präsident Udo Wilkes den Pressetermin. Wilkes war am Samstag von einer E-Mail überrascht worden, in der die Geisecker Vereinsführung mitteilte: "Aus Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern und Sponsoren ist der Vorstand zu dem Entschluss gekommen, die Gespräche mit sofortiger Wirkung zu beenden."

   Martin Gläser, Vorsitzender des Geisecker SV, begründet diese Entscheidung hauptsächlich mit dem Verhalten der Stadtverwaltung. Abgesehen davon, dass Gespräche mit der Verwaltung trotz mehrmaliger schriftlicher Aufforderung nicht stattgefunden hätten, sei den Geisecker Verantwortlichen in einer Sitzung, in der es eigentlich um das Thema Nutzungsvertrag für den Sportplatz am Buschkampweg ging, eher beiläufig mitgeteilt worden, dass von Seiten der Verwaltung keine Zusicherung gegeben werden kann, das Projekt zu verwirklichen. Thomas Redel, sportlicher Leiter der Kleeblätter erinnerte daran, mit welcher Haltung sein Verein in die Gespräche mit dem VfL und dem potenziellen Investor gegangen war: "Wir sind mit der Prämisse angetreten, dass wir den Standort Geisecke nur verlassen, wenn das Gesamtpaket stimmt." So seien erhebliche Investitionen in die Infrastruktur am Schützenhof, zum Beispiel mit dem Bau eines zweiten Kunstrasenplatzes, eine unabdingbare Voraussetzung gewesen - Investitionen, wie sie im Entwurf des Projektentwicklers auch auf den Mitgliederversammlungen beider Vereine von Bernd Arnhold vorgestellt worden waren. 

 Wie Wilkes konnte auch Arnhold seine Enttäuschung über den Geisecker Ausstieg nicht verbergen. "Sie versäumen eine elementare Chance", richtete sich Arnhold an Gläser und Redel. Unabhängig von seinem wirtschaftlichen Interesse an der Realisierung des Projektes sage er dies auch "als alter Schwerter Fußballer". Arnhold weiter: "Sie sollten die Zeichen der Zeit erkennen." Damit bewegt sich Arnhold ganz auf der Linie des VfL. Dessen Vorstand verfasste als Reaktion auf die Geisecker Samstags-Mail eine Pressemitteilung. Überschrift: "VfL sieht die zwingende Notwendigkeit einer Verdichtung der Schwerter Fußballvereine". Udo Wilkes, seit jeher ein Befürworter von Fusionen im heimischen Fußball, erläutert: "Grundsätzlich sehe ich in der heutigen Zeit Sinn darin, die Kräfte zu bündeln." Für den Schritt seiner Geisecker Vorstandskollegen zeigte Wilkes wenig Verständnis: "Bevor man die Verhandlungen abbricht, hätte man unbedingt ein Gespräch mit der Verwaltung führen sollen", meint der VfL-Chef und fügt einen wenig euphorischen Ausblick hinzu: "So aber dümpelt die Fußball-Stadt Schwerte weiter dahin."

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