Gutachter: Mädchen (13) täuschte Überfall mit Spritze nur vor

Vorfall in Gelsenkirchen

Nach der angeblichen Attacke eines Unbekannten mit einer Spritze hat die Polizei am Freitagnachmittag mitgeteilt: Das 13-jährige Mädchen hat den Vorfall offenbar erfunden.

Gelsenkirchen

, 15.11.2019, 17:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gutachter: Mädchen (13) täuschte Überfall mit Spritze nur vor

Eine 13-Jährige hat in Gelsenkirchen einen Überfall erfunden, bei dem ihr ein Unbekannter eine Injektion verarbreicht haben sollte. Ein Gutachter stellte fest, dass sie sich die Verletzungen selbst beigebracht hatte. © dpa

Diese Meldung hatte seit Donnerstagabend (14.11.) für Aufregung gesorgt: Ein Mann sollte in Gelsenkirchen-Ückendorf ein 13-jähriges Mädchen überfallen und ihr eine unbekannte Substanz gespritzt haben. Die Polizei warnte die Bevölkerung, weil nicht klar war, ob der Unbekannte einen weiteren Überfall begehen würde.

Am Freitagnachmittag gab es dann die Entwarnung. Die Polizei teilte mit: „Der Gutachter hat bei den Untersuchungen festgestellt, dass sich die 13-Jährige die Verletzungen selbst zugefügt hat.“ Auch die serologische Untersuchung sei ohne Befund verlaufen. Die Polizei komme zu dem Ergebnis, „dass die Schülerin den Vorfall vorgetäuscht hat“.

Angeblich mit Taschenmesser bedroht

Die Schülerin hatte berichtet, sie sei gegen 9 Uhr auf der Muscheidstraße in Höhe des Wissenschaftsparks von einem Unbekannten angesprochen worden. Der Mann habe sie zunächst mit einem Taschenmesser bedroht und dann aufgefordert, ihm zu einem Parkplatz an der Virchowstraße zu folgen.

Auf dem Parkplatz habe der Unbekannte eine Spritze hervorgeholt und ihr eine unbekannte Substanz injiziert. Bevor der Angreifer die Flucht in Richtung Wissenschaftspark angetreten haben soll, habe er noch „Nummer 6“ gesagt.

Aussage des Mädchens war der einzige Hinweis

Diese Aussage war für die Polizei der Anlass, die Bevölkerung zu warnen. Allerdings war es auch der einzige, wie Polizeisprecher Christopher Grauwinkel auch am Freitagmittag schon bestätigte. Die Polizei hatte nach anderen Opfern gesucht - ergebnislos.

Trotzdem nahm die Polizei den Fall sehr ernst und war am Freitag mit Präventionsexperten auch an der Schule in Gelsenkirchen vor Ort.

Die 13-Jährige befand sich seit dem Vorfall im Krankenhaus und wurde dort von Fachärzten und einem Rechtsmediziner untersucht. Dieser kam letztlich zu dem Ergebnis, dass sich das Mädchen die Verletzung selbst zugefügt habe.

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