Gerichtsmediziner Tsokos aus Münster-Tatort geschnitten: „Wo fängt Zensur an?“

Fernsehen

Eigentlich sollte der Gerichtsmediziner Michael Tsokos im Münster-Tatort eine Gastrolle spielen. Doch der WDR schnitt die Szenen mit ihm fast vollständig heraus. Was der Hintergrund ist.

Köln

03.05.2021, 20:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eigentlich sollte der Berliner Gerichtsmediziner Michael Tsokos (54) im Münster-„Tatort“ eine Gastrolle spielen.

Eigentlich sollte der Berliner Gerichtsmediziner Michael Tsokos (54) im Münster-„Tatort“ eine Gastrolle spielen. © picture alliance / Paul Zinken/dpa

Der Berliner Gerichtsmediziner Michael Tsokos (54) hätte im Münster-„Tatort“ vom Sonntagabend eigentlich eine Gastrolle gehabt, ist aber fast vollständig herausgeschnitten worden.

„Lange nach dem Ende der Dreharbeiten für den Münsteraner Tatort „Rhythm and Love“ haben wir erst durch Zufall erfahren, dass Jan Josef Liefers und Michael Tsokos für den RTL-Streamingdienst TVNOW in einer gemeinsamen Serie auftreten, bei der die Beiden gemeinsam obduzieren und die somit optisch fast das gleiche Umfeld der Rechtsmedizin zeigt wie der Münsteraner Tatort“, teilte der zuständige Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Montag in Köln auf Anfrage mit.

Sender wollte keine Werbung für neue Serien machen

Weiter hieß es im Statement des Senders: „Dazu wird der von Tsokos gespielte Rechtsmediziner im „Tatort“ permanent „Koryphäe“ genannt, was einen werblichen Effekt zusätzlich unterstützt hätte. Hätten wir im Vorfeld von dieser Überschneidung gewusst, hätten wir die Rolle von Beginn an mit jemand anderem besetzt. Da wir keine Werbung machen wollen und dürfen, haben wir die Szene entsprechend gekürzt.“

Tsokos zeigte sich in einem Post auf Instagram über den Schnitt wenig erfreut. „Es geht hier nicht um mich oder eine herausgeschnittene Szene, die keinerlei Bedeutung hat. Es geht um die Frage: Wo fängt Zensur an?“ Mehrere Medien berichteten am Montag über das Geschehen.

dpa

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