Germanwings-Flugzeug: Woher stammten die Opfer?

Absturz in Frankreich

150 Menschen waren an Bord der verunglückten Germanwings-Maschine vom Typ Airbus A320. Nach und nach wird bekannt, woher die Opfer kamen. Sicher ist wohl, dass 72 Deutsche an Bord waren. Vieles ist aber noch unklar, die Zahlen sind bislang vorläufig. Ein erster Überblick.

Köln/Berlin

25.03.2015, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Informationschalter von Germanwings steht nach dem Absturz ein Gedenkschild mit Blumen und einer Kerze für die Opfer.

Am Informationschalter von Germanwings steht nach dem Absturz ein Gedenkschild mit Blumen und einer Kerze für die Opfer.

Nordrhein Westfalen

Bei dem Flugzeugabsturz in Frankreich sind nach Angaben von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) mehr als 50 Menschen aus Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen. Damit stammen die meisten der 72 deutschen Opfer aus NRW, wie Kraft am Mittwoch sagte. 

Kraft hatte gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident François Hollande und dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy die Unglücksregion in Seyne-les-Alpes besucht. Der Ort liegt wenige Kilometer entfernt von der Absturzstelle in dem schwer zugänglichen Gelände des Alpenmassivs. 

"Es wird alles getan, um die Opfer zu bergen", sagte Kraft. Sie habe die Absturzstelle überflogen und sei noch immer bestürzt von dem Anblick. "Man sieht die Dimension, und es trifft einen tief", sagte Kraft. Gleichzeitig sei sie beeindruckt von der enormen Hilfsbereitschaft vor Ort. Sowohl professionelle Helfer als auch Ehrenamtliche täten alles, um die Familien der Angehörigen bei ihrem schweren Aufenthalt zu unterstützen und zu begleiten. 

Unter den Opfern sind 16 Schüler und 2 Lehrerinnen aus Haltern am See in Westfalen. Auch die gebürtige Düsseldorfer Opernsängerin Maria Radner war an Bord, ebenso ihr Kollege Oleg Bryjak, der Mitglied im Ensemble der Deutschen Oper am Rhein war. Auch ein Elternpaar aus Meerbusch (Kreis Neuss) stürzte im Airbus A320 ab. Zudem drei Dortmunder und eine Frau aus Lünen. In immer mehr NRW-Städten wurde klar, dass Nachbarn und Kollegen bei dem schweren Unglück ums Leben gekommen sind. Bestätigt wurde dies am Mittwoch neben Haltern Dortmund, Lünen und Meerbusch für Wuppertal, Porta Westfalica, Düsseldorf und Wesseling bei Köln.

Rheinland-Pfalz

Mindestens vier Opfer kommen aus Rheinland-Pfalz. Sie stammten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus der Verbandsgemeinde Westerburg (Westerwaldkreis). Sie seien zwischen 20 und 28 Jahre alte gewesen, sagte ein Sprecher.

Niedersachsen

Nach ersten Informationen des Innenministeriums starben zwei Niedersachsen bei dem Unglück. Auch etliche Passagiere mit anderer Staatsangehörigkeit saßen in der Unglücksmaschine, die meisten von ihnen stammten wohl aus Spanien.

Spanien

Eine sichere Zahl gibt es noch nicht, Germanwings spricht von 35 spanischen Opfern. Der spanische Sicherheitsstaatssekretär Francisco Martínez sagte hingegen am Mittwoch, dass 49 Spanier bei dem Absturz gestorben seien.

Großbritannien

Laut dem britischen Außenminister Philip Hammond kamen mindestens drei Briten bei dem Unglück ums Leben. Dem Auswärtigen Amt war am Mittwochmittag ein britisches Opfer bekannt.

Kasachstan

Nach Angaben des kasachischem Außenministerium waren drei Menschen aus Kasachstan unter den Opfern. Germanwings machte dazu keine Angaben.

Australien

Mindestens zwei Passagiere - dabei soll es sich laut australischem Außenministerium um eine Mutter und ihren erwachsenen Sohn aus dem Bundesstaat Victoria handeln.

Weitere Länder

  • Argentinien: mindestens zwei Opfer
  • Venezuela: laut Germanwings zwei Opfer
  • Iran: laut Germanwings zwei Opfer
  • USA: laut Germanwings zwei Opfer
  • Japan: Wie die Regierung in Tokio erklärte, waren auch zwei Japaner an Bord. Germanwings sprach von einem japanischen Opfer.

Je ein Opfer stammte laut der Airline aus den Niederlanden, Kolumbien, Dänemark, Belgien, Mexiko und Israel.

dpa