Gespenst von Canterville will nicht mehr spuken

Weihnachtsmärchen in Dortmund

Huiii - das ist aber mal ein nettes Gespenst. Angst haben muss kein Kind vor Sir Simon von Canterville, der seit Donnerstag durch das Dortmunder Schauspielhaus spukt. Im Gegenteil: Dieses Gespenst muss das Fürchten selbst noch lernen.

DORTMUND

, 27.11.2015, 12:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gespenst von Canterville will nicht mehr spuken

Rainer Kleinespel spielt in Dortmund das Gespenst von Canterville.

Andreas Gruhn, Intendant des Dortmunder Kinder- und Jugendtheaters, hat die Erzählung "Das Gespenst von Canterville" von Oscar Wilde als Weihnachtsmärchen für Kinder (frühestens ab sechs Jahren) bearbeitet. Zwei Welten und Zeiten lässt Gruhn aufeinanderprallen: die alte irische und englische des Autors und von Sir Simon von Canterville, der seit 350 Jahren durch sein Schloss geistern muss. Und die bunte, poppige, freche der amerikanischen Familie Otis (Johanna Weißert als patente Mutter und Andreas Ksienzyk als geschäftstüchtiger Vater). Sie hat das Schloss gekauft und will aus ihm einen Grusel-Vergnügungspark machen.

Geister-Swing

Musik von Michael Kessler grenzt die Welten auch sehr schön ab. Da gibt es einen munteren Geister-Swing und ein Country-Loblied auf New York, alles unterhaltsam choreografiert von Joeri Burger. In Schuss hält das Geisterhaus die nervenschwache Verwalterin Mrs. Umney (keine fällt so schön in Ohnmacht wie Bettina Zobel).

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Aber die furchtlosen Lümmel-Zwillinge der amerikanischen Fastfood-Familie (Thorsten Schmidt und Philip Pelzer) machen dem Gespenst das Leben schwer, erschrecken es mit Wasserpistolen, stellen ihm Fallen, treiben es in eine Sinnkrise. Denn was ist ein Gespenst, vor dem keiner Angst hat und das sich selbst fürchtet?

Geisterhafte Aura

Nur Tochter Virginia (warmherzig gespielt von Talisa Lara) hat Mitleid. Wer solche Jungs als Brüder hat, den kann auch ein Geist nicht erschrecken. Rainer Kleinespel bringt als Gespenst eine wunderbar geisterhafte Aura auf die Bühne. Und Ausstatter Oliver Kostecka öffnet weit die Theatertrickkiste: Das Gespenst kann durch Wände laufen, mit Zaubermitteln verschwindet ein Blutfleck an der Wand, und ein Eisbär blinkt nachts mit roten Augen.

Der Geist der Nächstenliebe beendet nach 85 Minuten den Spuk: Virginia erlöst das Gespenst, führt es in den "Garten des Todes" - Ein friedvolles Ende für das nette Gespenst.

Termine: Fast täglich 30.11. bis 26.12. sowie 11.-13./17./18.1. im ; Karten: Tel. (0231)5027222.

 

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