Goebbels wagt Aufbruch ins Unbekannte

Kulturpolitischer Dialog

DÜSSELDORF Als neuer Ruhrtriennale-Intendant will Heiner Goebbels die Chance für völlig neue Bühnenerfahrungen in den nächsten drei Jahren intensiv nutzen. Beim zweiten kulturpolitischen Dialog im Düsseldorfer Kulturministerium, wo er als Intendant erstmals öffentlich zu Wort kam, kündigte der international gefragte 59-jährige Komponist, Autor, Regisseur und Professor für angewandte Theaterwissenschaft einen Aufbruch in unbekanntes Terrain an. In der Kraftzentrale des Landschaftsparks Duisburg-Nord inszeniert Lemi Ponifasio, Stammeshäuptling und Performance-Künstler aus Samoa im Pazifik, Carl Orffs Oper "Prometheus".

von Von Bernd Aulich

, 09.10.2011, 13:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der neue Intendant der Ruhrtriennale: Heiner Goebbels.

Der neue Intendant der Ruhrtriennale: Heiner Goebbels.

Goebbels wird in seiner ersten Saison "nicht das zeigen, was man auch im Theater aufführen kann". Die Ruhrtriennale mit ihren alten Industriehallen und ihrem "extrem kompetenten Publikum" biete anders als etablierte Bühnen die Möglichkeit, "kompromisslos Kunst zu machen" und "etwas Singuläres" zu zeigen, "was man noch nicht kennt". Einzige Bedingung: "Die Produktionen müssen funktionieren." Die Ruhrtriennale nimmt für ihn eine Spitzenposition ein." Noch stärker als bisher will Goebbels Künstler aus europäischen Ländern einbinden. Auch eine enge Kooperation mit dem Folkwang-Museum plant er.Stratmann überraschte Expertenrunde

Unter dem Thema "Massenkultur versus Elite: Hochkultur versus Eventlandschaft" konfrontierte Kulturministerin Ute Schäfer Goebbels mit Christian Stratmann, dem Prinzipal des Mondpalastes in Wanne-Eickel. Und der überraschte die Expertenrunde pfiffig mit dem Hinweis: "Ich habe keinen kulturellen Auftrag, aber ich übernehme ihn gerne." Und noch etwas stellte Stratmann klar: "Ich mache Volkstheater, kein Boulevardtheater." Die beiden vermeintlichen Kontrahenten verstanden sich prächtig.

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