Grausamer Tod: Obdachloser soll 33-Jährigen in seiner Wohnung zu Tode gefoltert haben

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Gefesselt, gequält, totgeprügelt: So starb ein 33-Jähriger in Recklinghausen in seiner Wohnung. Täter soll ein 40-jähriger Obdachloser sein. Die Mordanklage skizziert ein grausames Verbrechen.

Recklinghausen, Bochum

, 22.01.2020, 17:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

Neun Monate nach dem Fund einer unfassbar brutal zugerichteten Männerleiche in einer Mietwohnung in Recklinghausen hat die Bochumer Staatsanwaltschaft jetzt Mordanklage gegen einen 40-jährigen Obdachlosen erhoben. Der Tatverdächtige soll den Wohnungsmieter grausam getötet haben.

Der drogenabhängige Angeklagte war offenbar zeitweise Untermieter in der Wohnung des späteren Opfers (33). Am 7. April 2019 soll es im Paulusviertel von Recklinghausen im dritten Obergeschoss in den Nachmittagsstunden zu einem heftigen Streit gekommen sein.

Täter wollte Drogenversteck herausbekommen

Laut Anklage verlangte der 40-Jährige von dem Wohnungsinhaber, der angeblich gedealt haben und immer sonntags mit Heroin beliefert worden sein soll, die Preisgabe seines Drogenverstecks. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt: Weil der 33-Jährige sich sträubte, wurde er zu Tode gefoltert.

Laut Anklage hat der Verdächtige sein Opfer zunächst mit einem Antennenkabel an den Händen gefesselt. Dann soll er dem wehrlosen Recklinghäuser erst mit der heißen Glühbirne einer Stehlampe Brandflecken im Gesicht verpasst, ehe er schließlich mit dem Fuß der Lampe immer wieder erbarmungslos und brutal auf sein Opfer eingeschlagen haben soll.

Der Vater des 33-Jährigen hatte am 10. April aus Sorge die Wohnung an der Hohenzollernstraße aufgesucht und dabei den von unzähligen Blutwunden gezeichneten Leichnam seines Sohns entdeckt. Rechtsmediziner stellten unter anderem Trümmerbrüche im Gesicht und ein fast abgetrenntes Ohr fest. Als Todesursache gilt Verbluten.

Mordanklage stützt sich auf DNA-Spuren

Der Angeklagte wurde am 16. April festgenommen. Aktuell verbüßt er eine Haftstrafe wegen eines Drogendeliktes, so dass die übliche Sechs-Monats-Frist für den spätestmöglichen Prozessbeginn nach U-Haft nicht gilt.

Die Mordanklage stützt sich auf DNA-Spuren und Zeugenaussagen. Nach Angaben seines Verteidigers Jens Tuschhoff streitet der Angeklagte die Tötung ab. Mit Blick auf seine Drogensucht geht die Anklage von verminderter Schuldfähigkeit aus.

Ein Termin für den Prozessauftakt vor dem Bochumer Schwurgericht steht noch nicht fest.

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