Grimaud ließ Wasser sprudeln

Klavier-Festival Ruhr

Als Hélène Grimaud ihr "Wassermusik"-Programm im Dezember in New York spielte, wurde das Podium um sie herum dafür passend in eine spiegelnde Wasserfläche verwandelt. Darauf musste das Publikum am Donnerstag beim Klavier-Festival Ruhr natürlich verzichten, denn die Essener Philharmonie lässt sich nicht so einfach fluten.

ESSEN

, 29.05.2015, 15:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
 Hélène Grimaud erhielt den diesjährigen Preis des Klavier-Festivals

Hélène Grimaud erhielt den diesjährigen Preis des Klavier-Festivals

Dafür war der Saal bis auf wenige Spots auf den Flügel abgedunkelt. Die 45-jährige Französin ließ bei ihrer "Wassermusik" acht auf das feuchte Element bezogene Stücke unterschiedlicher Komponisten fast ineinanderfließen und so wie ein aus verschiedenen Perspektiven betrachtetes Wasserspiel erscheinen. Da perlte, plätscherte und sprudelte es unter ihren geläufigen, die Bewegungen mit feinem, weichem Anschlag nachzeichnenden Fingern.

Magischer Abschluss

Geradezu magisch abschließend Janáceks "In den Nebeln" und Debussys "Versunkene Kathedrale". Den eher geordneten Bahnen des Wassers stellte die Pianistin danach in der zweiten Klaviersonate von Brahms wilde, ungezähmte Fluten gegenüber. Eine musikalische "Sternstunde", wie auch Intendant Franz Xaver Ohnesorg resümierte, als er Hélène Grimaud den diesjährigen Preis des Klavier-Festivals überreichte.