Große Landtagsdebatte zur Schulpolitik in der Pandemie

Schulpolitik

Sollen die Schulen geschlossen bleiben oder öffnen? Sollten alle Kinder versetzt und auf Halbjahreszeugnisse verzichtet werden? Die Parteien im NRW-Landtag streiten über den richtigen Weg.

Düsseldorf

28.01.2021, 08:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Lehrerin sitzt mit ihren drei Kindern im Wohnzimmer, unterrichtet ihre Schüler einer Berufsschule im Distanzunterricht und hilft ihren Kindern bei ihren Aufgaben für die Schule. Der nordrhein-westfälische Landtag beschäftigt sich am Donnerstag intensiv mit der Schulpolitik in der Corona-Krise.

Eine Lehrerin sitzt mit ihren drei Kindern im Wohnzimmer, unterrichtet ihre Schüler einer Berufsschule im Distanzunterricht und hilft ihren Kindern bei ihren Aufgaben für die Schule. Der nordrhein-westfälische Landtag beschäftigt sich am Donnerstag intensiv mit der Schulpolitik in der Corona-Krise. © picture alliance/dpa

Der nordrhein-westfälische Landtag beschäftigt sich am Donnerstag (10 Uhr) intensiv mit der Schulpolitik in der Corona-Krise. Alle drei Oppositionsfraktionen haben dazu Anträge eingereicht. SPD und Grüne fordern, auf die Zumutungen für die Schüler im Corona-Jahr mit mehr Flexibilität zu reagieren - etwa bei Prüfungen und Versetzungen. Da bis zum 14. Februar kein normaler Unterricht in den Klassen laufen kann, will die SPD ein Sofortprogramm umgesetzt sehen.

Unter anderem fordert sie in einem Eilantrag kostenlose SIM-Karten für Schüler, damit auch jene problemlos etwa mit Tabletcomputern am digitalen Unterricht teilnehmen können, die keine gute Internetverbindung zu Hause haben. Grundsätzlich sprechen sich SPD und Grüne für ein Wechselmodell aus Fern- und Präsenzunterricht aus. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) schließt das zumindest nicht mehr aus.

Freiwilliges Wiederholen zur Debatte

Bis zum 12. Februar gilt aber an allen Schulen in NRW Fernunterricht. Halbjahreszeugnisse sollten aus Sicht der SPD in der Sekundarstufe I dieses Jahr grundsätzlich nicht vergeben werden - außer in den Abschlussjahrgängen und bei Schulwechsel. „Zudem sind alle Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr automatisch zu versetzen“, fordern sie. Diese Frage ist in NRW noch nicht entschieden. Darüber hinaus sollten Schüler aus Sicht der SPD die Klasse 4 auf Wunsch wiederholen können.

Auch die Grünen wollen mehr individuelle Lernzeit in der Grundschule. SPD und Grüne wollen für Schüler im achtjährigen gymnasialen Bildungsgang die Möglichkeit, jetzt noch auf den neunjährigen wechseln zu können. Die SPD ist außerdem für einen „Freischuss“ bei den Abiturprüfungen. Schulministerin Gebauer hat sich bereits dagegen ausgesprochen.

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NRW halte gemäß einer Vereinbarung der Kultusministerkonferenz auch in diesem Schuljahr an regulären Abschlussprüfungen fest - auch bei mittleren Abschlussprüfungen. Die AfD hingegen warnt vor einem „Bildungsnotstand“ und fordert, am 1. Februar alle Schulen und Universitäten wieder für den Unterricht und den Wissenschaftsbetrieb zu öffnen.

dpa

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