Groteske Tierdarstellungen und Außenseiter-Kunst

Kutscherhaus Recklinghausen

RECKLINGHAUSEN. Ausgestopfte Affen zwischen Perlenketten und Geweihen -- die arrangierten Tierdarstellungen von Hartmut Neumann sind skurril bis grotesk. Eine Austellung im Recklinghäuser Kutscherhaus zeigt ausgewählte Fotografien des Künstlers in Kombination mit Außenseiter-Kunst.

von von Benjamin Blum

, 01.04.2011, 18:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kurator Hans-Jürgen Schwalm erläutert die Werke Hartmut Neumanns.

Kurator Hans-Jürgen Schwalm erläutert die Werke Hartmut Neumanns.

Neumann stellt seine Werke aus einem Fundus an präparierten Tieren, aber auch aus alltäglichen Gegenständen zusammen. So wird das Gesicht eines Affen von einem Oberhemd umschlungen, ein anderes Arrangement von Alufolie umrandet. Die Arbeiten tendieren aber nicht nur ins Komische, auch dunkle Motive spielen in der Ausstellung eine Rolle. Ein Tierkopf-Quartett ist auf schwarzem Stoff um ein Kreuz angeordnet; Ledermasken, Nägel und Hörner sorgen für Unbehagen.

Obwohl die Ausstellung in nur vier Wochen zusammengestellt wurde, stimmt die Abwechslung: Als Ergänzung zu den Fotografien Neumanns finden sich in der oberen Etage des Kutscherhauses Malereien, die Ulrich als „Außenseiter-Kunst“ einordnet – wie die Bilder des psychisch labilen Franz Kamlander, der mit kindlicher Leichtigkeit Kühe zeichnet und im Zusammenspiel der Farben dennoch eigene Konventionen aufstellt. „Neumann findet sich in den Werken von Outsider-Künstlern oft wieder“, stellt der Kurator Hans Jürgen Schwalm eine Verbindung zwischen beiden Ebenen her. Wie auf der unteren Etage hängen auch hier die Bilder nah beieinander – während des Umbaus der örtlichen Kunsthalle ist im kleineren „Ausweichquartier“ Kutscherhalle eben Improvisationstalent gefragt.

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