Grusel-Video: Hacker spricht durch Kamera mit Mädchen in Kinderzimmer

Krimineller Hacker

Eine Mutter platziert Kameras im Kinderzimmer. Doch dann spricht plötzlich ein fremder Mann über das Gerät mit ihrer Tochter (8). Der Kamerahersteller sieht keine Sicherheitslücke im System.

Mississippi

13.12.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Grusel-Video: Hacker spricht durch Kamera mit Mädchen in Kinderzimmer

Der Schrecken eines jeden Elternteils: Von einem fremden gehackte Videokameras im Zimmer der eigenen Tochter. © dpa

Alptraum im Kinderzimmer: Eine Mutter installiert eine Kamera im Kinderzimmer ihrer drei Töchter - damit will die Frau aus Mississippi während ihrer Nachtschicht die Mädchen im Auge behalten und ihnen vermitteln, dass sie in der Nähe ist. Doch es kommt ganz anders.

Bevor sie das Gerät gekauft hatte, informierte sich die Mutter gründlich im Internet. „Ich habe mich sehr sicher gefühlt“, wird die Frau vom Onlineportal „WMC“ zitiert. Außerdem sei ihr das Gerät der Firma Ring von einer anderen Mutter empfohlen worden - es ermöglicht, sogar aus großer Entfernung über das eingebaute Mikrofon zu kommunizieren.

Doch vier Tage, nachdem die Kamera installiert worden war, hörte die achtjährige Tochter etwas seltsames aus ihrem Zimmer. Zunächst dachte das kleine Mädchen, dass es ihre Schwester sei. Sie ging in das Zimmer und fragte: „Wer ist das?“ Die Stimme antwortete, stellt sich als „Weihnachtsmann“ vor und fragt: „Will du nicht mein bester Freund sein?“

Hersteller Ring: Keine Sicherheitslücke

Die mysteriöse Stimme verspottete die Achtjährige noch, bevor ihr Vater, der Zuhause war, in den Raum kam, um den Terror zu beenden. „Er hätte zusehen können, wie meine Kinder schliefen und sich umziehen. Ich meine, er hätten alles Mögliche sehen können“, sagte die entsetzte Mutter über den Hacker.

Ein Sprecher des Kameraherstellers Ring sagte gegenüber „Fox Business“, dass der Vorfall nicht in Zusammenhang mit einer Sicherheitslücke stehe. Das Unternehmen fordere die Kunden grundsätzlich auf, aus Sicherheitsgründen die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren.

Das sei nach Informationen lokaler Fernsehsender in der Familie nicht passiert. „Das Vertrauen unserer Kunden ist uns wichtig und wir nehmen die Sicherheit unserer Geräte ernst“, sagte der Sprecher weiter.

Kritik an Ring-Kameras

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Erst vor Kurzem soll in der Küche eines Paares der Alarm los gegangen sein, kurz darauf hörten sie eine Männerstimme durch die Ring-Kamera sprechen, berichtet das Magazin „The Cut“.

Auch Überwachungskameras im Allgemeinen sowie damit in Verbindung stehende Apps stehen in der Kritik. Das Magazin „Gizmodo“ hat nach Angaben des Portals „Netzpolitik“ Daten aus Amazons Überwachungs-App „Neighbors“ ausgewertet und damit die Verbreitung der Überwachungstechnologie von Ring in den USA visualisiert. Kritisiert wird vor allem, dass Fußgänger aufgenommen werden könnten, die beispielsweise aus Gebäuden kommen.

Demnach würden Kinder im Rahmen einer Stichprobe bei einem eineinhalb Kilometer langen Weg von der Schule zum Sportplatz von 13 Ring-Kameras aufgezeichnet werden. Problematisch sei dem Bericht zufolge außerdem das Teilen von Kamerstandorten durch Ring mit der Polizei.

Die betroffene Familie mit den drei Mädchen hat die Kamera umgehend abgebaut.

RND/ce