Gullydeckel-Einbrüche: Serientäter (20) kassiert mehr als drei Jahre Jugendhaft

Gericht

Ein „Gullydeckel-Einbrecher“ sorgte bei Ladeninhabern für Wut und immense Sachschäden. Das Motiv des Serientäters war angeblich Spielsucht. Jetzt wurde der 20-Jährige in Bochum verurteilt.

Bochum

von Werner von Braunschweig

, 24.04.2021, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Bochumer Landgericht, in dem der „Gullydeckel-Einbrecher“ verurteilt wurde.

Das Bochumer Landgericht, in dem der „Gullydeckel-Einbrecher“ verurteilt wurde. © Werner von Braunschweig

Nach einer atemberaubenden Serie von Einbrüchen in Tankstellen und Ladenlokale mithilfe eines kiloschweren Gullydeckels ist ein 20-jähriger Intensivtäter am Bochumer Landgericht zu drei Jahren und drei Monaten Jugendhaft verurteilt worden.

Die Richter der 8. Jugendkammer waren am Ende einer mehrwöchigen Beweisaufnahme überzeugt, dass der 20-Jährige zwischen 2019 und 2020 mindestens 15 Einbruchscoups in Bochum und Herne verübt hat.

„Ich hatte Problem mit meiner Spielsucht und habe nächtelang an Automaten gezockt. Das war ein Teufelskreis. Ich bin morgens aufgestanden und habe gedacht, wo kriege ich jetzt bloß Geld her“, hatte der Angeklagte bereits beim Prozessauftakt zugegeben. Das bei den Gullydeckel-Coups erbeutete Geld habe er praktisch immer wieder sofort zum Weiterzocken in Spielhallen eingesetzt.

20-Jähriger ist mehrfach vorbestraft

Ursprünglich waren dem mehrfach vorbestraften Serientäter von der Bochumer Staatsanwaltschaft sogar mehr als 20 Einbrüche vorgeworfen worden. Doch nicht bei allen Taten ließ sich am Ende des Prozesses zweifelsfrei nachweisen, dass der 20-Jährige auch hier seine Muskeln spielen lassen und sich mit einem kiloschweren Gullydeckel Zutritt zu Kassenhäuschen oder Ladenlokalen verschafft hat.

Laut Urteil war der 20-Jährige aber jedenfalls Täter bei zwei „Gullydeckel-Einbrüchen“ an ein und derselben Herner Tankstelle in Herne. Gesamtbeute: Zigaretten im Wert von 3700 Euro.

Erheblicher Sachschaden in Realschule

Außerdem gingen Einbrüche in Bäckereien, einen Feinkostladen, einen Mobilfunkshop und eine Boutique auf sein Konto. Auch in eine Realschule soll der 20-Jährige eingebrochen sein, dort aber letztlich nichts erbeutet, sondern nur einen erheblichen Sachschaden angerichtet haben.

Das Urteil lautet unter anderem auf besonders schweren Diebstahl und Sachbeschädigung. Miteinbezogen in die Jugendstrafe wurden auch zwei ältere Verurteilungen durch die Amtsgerichte in Bochum und Herne.

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