Gutachten nach tödlichem Unfall: Auch anderes Betonteil an A3 absturzgefährdet

Unfall

Eine herabstürzende Betonplatte hat 66-jährigen Kölnerin das Leben gekostet. Wie nun ein Gutachter festgestellt hat, gibt es mindestens ein weiteres absturzgefährdetes Teil an der Lärmschutzwand.

Köln

17.11.2020, 12:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Neben dem bereits abgestürzten Betonteil einer Lärmschutzwand an der A3 ist laut einem Gutachter mindestens ein weiters Teil absturzgefährdet.

Neben dem bereits abgestürzten Betonteil einer Lärmschutzwand an der A3 ist laut einem Gutachter mindestens ein weiters Teil absturzgefährdet. © picture alliance/dpa

Nach dem tödlichen Unfall mit einer Betonplatte auf der A3 bei Köln hat der von der Staatsanwaltschaft beauftragte Gutachter mindestens ein weiteres absturzgefährdetes Teil entdeckt. Er dokumentierte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in seinem Vorabgutachten einen bereits verbogenen Schweißanschluss mit erhöhter Rissgefahr an einer benachbarten Betonplatte. Die gefährlichen Bauteile sollten schnellstmöglich ausgebaut und als Beweismittel gesichert werden, empfahl der Gutachter nach dpa-Informationen.

In seinem Vorgutachten stellt der Ingenieur fest, dass manche Betonplatten rund um die Unglücksstelle korrekt angebracht wurden und andere - darunter die abgestürzte - nicht. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte berichtet, dass am Bau der Wand eventuell unterschiedliche Unternehmen beteiligt waren, die verschiedene Befestigungssysteme verwendet haben könnten. Die korrekt angebrachten Bauteile sind nach dpa-Informationen mit bloßem Auge durch einen anderen Abstand zur oberen Kante der Wand zu erkennen.

Laut Gutachter wog die abgestürzte Betonplatte etwa 6,2 Tonnen. Sie war als Vorsatzschale vor der eigentlichen Schallschutzwand befestigt. Neben einer abgebrochenen Schraube fand der Gutachter eine deutlich zu kleine Unterlegscheibe. Die Betonplatte war am Freitag auf das Auto einer 66-jährigen Kölnerin gestürzt, die noch am Unfallort starb. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt eingeleitet.

dpa

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