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"Mit Trauerarbeit hat das nichts mehr zu tun"

Neue Trauerhalle

Die Renovierung der Trauerhalle auf dem katholischen Friedhof hat begonnen. Künftig wird es möglich sein, sich hier von Verstorbenen auf besondere Weise zu verabschieden. In einem Gespräch erläuterte Pfarrer Martin Ahls dazu die Hintergründe.

LIPPRAMSDORF

von Von Elisabeth Schrief

, 06.11.2012

Es sind drei Punkte, die mich bei der Renovierung der Lippramsdorfer Friedhofshalle beschäftigen: 1.) Es wird renoviert, die Halle wird baulich auf einen neuen Stand gebracht. Dabei helfen viele ehrenamtlich mit, das ist wunderbar. 2.) Die Beschäftigung mit der Friedhofshalle hat Menschen intensiv zum Nachdenken gebracht, nicht zuletzt über den eigenen Tod. Aber auch generell über die Beziehung der Lebenden zu den Toten. 3.) In der Lippramsdorfer Friedhofshalle wird es möglich sein, auf eine Weise von den Verstorbenen Abschied zu nehmen, die es in dieser konsequenten Form bisher nicht in unserer Stadt gibt.

Da muss ich etwas ausholen: Spätestens mit den 60-er Jahren hat man damit begonnen, den Tod und die Toten aus dem Blickfeld zu verdrängen. In dieser Zeit begann die Anlage vieler neuer „Waldfriedhöfe“, weit vor den Toren der Stadt. Sehr extrem ist da beispielsweise der Waldfriedhof Lauheide in Münster, zu dem man wirklich extrem lange unterwegs ist. Aber auch in Haltern entstanden mehrere Friedhöfe „außerhalb“. Viele Friedhofshallen wurden dann damals so gebaut, dass man zu den Verstorbenen möglichst weit Abstand hielt. So entstanden dann Aufbahrungsräume mit Scheiben davor. Hygienisch alles perfekt, aber mit Trauerarbeit hat das nichts mehr zu tun. Jetzt schlägt das Pendel zurück. Ein Bestattungsinstitut hat bereits einen Verabschiedungsraum im Institut, wir bauen jetzt die Aufbahrungsräume in Lippramsdorf so um, dass Angehörige dort jederzeit hinkommen können und in einem großzügigen Raum bei ihrem Verstorbenen oder ihrer Verstorbenen sein können, einfach so.

Das Besondere der Abschiedsräume in Lippramsdorf wird eine Kühltechnik sein, die wir aus der Schweiz importieren. Vereinfacht heißt das: der Sarg wird von unten gekühlt, während der Verabschiedungsraum selbst warm ist. Der Sarg - geöffnet oder geschlossen - kann so bis zur Beerdigung im Verabschiedungsraum bleiben, zu dem die Angehörigen einen Schlüssel haben.

Das ist aufwändig - und auch teuer. Ohne die Hilfsbereitschaft und auch die finanzielle Hilfe von Förderern wäre es auch nichts geworden. Dafür möchte ich auch auf diesem Wege allen ein herzliches „Vergelts Gott“ sagen.

Natürlich ist die Friedhofshalle ein Teil des Lippramsdorfer Friedhofes, aber grundsätzlich wird es sicher möglich sein, einen Verstorbenen oder eine Verstorbene aus einem der Ortsteile in der Lippramsdorfer Halle aufzubahren und ihn oder sie dann zur Beisetzung auf den jeweiligen Friedhof zu überführen.

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