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Hand in Hand auf den Rasen mit den Profis

Fußball: Länderspiel

Santiago Fritko macht das, was fast alle Jungs in seinem Alter tun. Er spielt Fußball. Am Freitag darf er dann tun, was fast alle Jungs in seinem Alter tun möchten – seine Mama hat für ihn etwas ganz besonderes gewonnen.

Selm

von Marvin K. Hoffmann

, 22.03.2018
Hand in Hand auf den Rasen mit den Profis

Der siebenjährige Santi aus Selm ist beim Länderspiel am Freitag zwischen Deutschland und Spanien in Düsseldorf mittendrin. © Marvin K. Hoffmann

Es klingelt. Santiago Fritko öffnet die Tür. Der Junge trägt dabei einen schwarz-weißen Trainingsanzug. Auf der Brust breitet der Bundesadler seine Flügel aus. Vier Sterne überdachen ihn. Das Logo der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Aber Santi, wie ihn seine Freunde nennen, spielt nicht in der deutschen Nationalmannschaft. Noch nicht. Aber vielleicht irgendwann. So wie Toni Kroos oder Thomas Müller – mit denen steht er jedenfalls am Freitag zusammen auf dem Platz.

Sergio Ramos ist Lieblingsspieler

Der Siebenjährige spielt bei der SG Selm bei den F2-Junioren. Eigentlich würde er immer bei der SG Selm bleiben, sein Patenonkel Silvio Meyer spielt in der Kreisliga A. Ausnahmen würden nur gemacht, wenn ein Anruf von Borussia Dortmund oder Real Madrid käme – da spielt nämlich Lieblingsverteidiger Sergio Ramos. Und was hat die deutsche Nationalmannschaft damit zu tun?

Ganz einfach: Santi begleitet die Mannschaft mit zum Länderspiel am Freitag nach Düsseldorf. Als Einlaufkind. An der Hand von Thomas Müller oder Toni Kroos vielleicht. Der Gegner: Spanien. Santis zweite Heimat, wenn man so will. Die Heimat seines Papas. Allein der Name seines Papas klingt nach Zauberfußball. Ricardo Freitas Gonzalez spielte früher in Dortmund-Körne, kickte auch in etwas höheren Ligen bei Arnsberg. Das Talent hat er an den Sohn weitergebeben. Die beiden spielen ab und zu zusammen im Garten. „Wenn Papa ernst macht, habe ich keine Chance“, sagt Santi. Noch. Ob er seinen Papa dann auch so stoppt wie Sergio Ramos seine Gegner? „Nein“, antwortet Santi. Warum nicht? „Papa hat keine Schienbeinschoner. Da kann ich ihn ja nicht grätschen“, sagt Santi. Klingt logisch, der junge Stürmer weiß, was er kann.

Marco Reus getroffen

Und auch Stadionerfahrung hat Santi. „Gegen Wolfsburg und gegen Schalke war ich schon mal in Dortmund im Stadion“, erzählt Santi. Auch den Umgang mit den Profis ist er gewohnt – zumindest mehr als andere Kinder in seinem Alter. Mama Tanja Fritko dazu: „Beim BVB hat Santi bei einem fünfwöchigen Trainingslager mitgemacht.“ Da habe er dann auch Marco Reus und die anderen Profis getroffen. „Wir sind eine Fußball-Familie“, sagt Mama Tanja Fritko, die für ihren Sohn die Überraschung ergatterte. „Es war ein Gewinnspiel im Fernsehen. Santi wurde ausgewählt, weil sein Papa Spanier ist und ich Deutsche bin. Das passt einfach perfekt bei der Begegnung“, sagt sie.

Mama Tanja wird am Freitag übrigens auch im Stadion sein. Zusammen mit Stieftochter Joana und Papa Ricardo. „Die Karten hatten wir schon vorher – für den Spanienblock aber“, so Mama Tanja, die ihren Sohn beim Einlaufen mit der Nationalmannschaft mit Sicherheit gut im Auge behalten wird.

Das Testspiel gegen Spanien am Freitag (20.45 Uhr/ARD) in Düsseldorf ist die 939. Partie in der Geschichte der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Beim Start ins Jahr gab es unter Bundestrainer Joachim Löw bislang eine Torgarantie - ein 0:0 fehlt in der Bilanz. Bayern-Profi Thomas Müller steht vor seinem 90. Länderspiel für Deutschland, er ist der erfahrenste Akteur im Aufgebot.
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