Handlung in Screwball-Manier

"Sushi für alle"

DORTMUND Die Familie gibt den Menschen immer noch den größten Halt - oder: Der Vater nützt der Familie am meisten, wenn er sich nach Indien absetzt. Zwischen diesen beiden Polen laviert die amüsante Komödie "Sushi für alle", die am Freitag Uraufführung im Dortmunder Schauspielstudio hatte.

von Von Andreas Schröter

, 13.03.2011, 13:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Familienvater Ingo Kluge (Andreas Beck, M.) stellt seiner Gattin (Uta Holst-Ziegeler) seinen Nachfolger vor (Ekkehard Freye).

Familienvater Ingo Kluge (Andreas Beck, M.) stellt seiner Gattin (Uta Holst-Ziegeler) seinen Nachfolger vor (Ekkehard Freye).

Ingo Kluge (Andreas Beck) trifft sich mit einem Mann namens Alban Lenz (Ekkehard Freye), den er in einer Partnerschaftsbörse kennen gelernt hat: Doch er hat ihn nicht für sich gesucht, sondern als Ersatzmann für seine Frau (Uta Holst-Ziegeler), denn Kluge ist unheilbar an Krebs erkrankt und hat nur noch wenige Wochen zu leben.Keine familiäre Idylle

Bei einem ersten Zusammentreffen mit seiner neuen Familie in spe aber muss Lenz erkennen, dass es die familiäre Idylle, die Kluge ihm versprochen hat, nicht gibt. Im Gegenteil: Johanna Kluge und ihre Kinder Gesine (Bettina Lieder) und Gerald (Christoph Jöde) entpuppen sich allesamt als hochgradig gestört.Situationskomik

Eine solche Handlung in Screwball-Manier macht Schauspielern Spaß. Sie dürfen nach Herzenslust schreien, toben und sich verausgaben. Und der Spaß überträgt sich aufs Publikum. Besonders in der ersten Hälfte lebt "Sushi für alle" von dem ebenfalls anwesenden Autor Kristof Magnusson von einer Situationskomik, die im Publikum immer wieder zu Gelächter führt. Gegen Ende hin wird das Stück, bei dem Oliver D. Endreß Regie führt, vielleicht einen Tick zu laut und überdreht, so dass die leiseren Zwischentöne gelegentlich auf der Strecke bleiben.Comicwelt

Gelungen ist das Bühnenbild, bei dem das Dekor teilweise nur auf weiße Papierwände gemalt ist. Das wirkt zuweilen, als wandelten die Figuren in einer Comicwelt. Und wenn die dann mit Fausthieben zerstört wird, passt das zum Stück: Der Familienfrieden ist brüchig.

Insgesamt ist "Sushi für alle" in großen Teilen gelungen.Termine: 19./27.3.; Karten: Tel. (02 31) 5 02 72 22.

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