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Aufrütteln und nachdenklich machen

"Stolpersteine"

HEEK Auschwitz, Buchenwald, Bergen-Belsen - was sich hinter diesen Namen verbirgt, weiß jeder. Man kennt die Zahlen, Millionen Tote. Und dass auch Leute aus Heek betroffen sein müssten, weiß man eigentlich auch. Doch wer waren diese Menschen? Darauf gibt es jetzt eine Antwort.

von Von Frank Zimmermann

, 25.06.2010
Aufrütteln und nachdenklich machen

Gunter Demnig macht sich daran, die Stolpersteine auf der Hauptstraße zu verlegen. Das hat er sich zur Aufgabe gemacht - er ist in ganz Deutschland tätig.

Besinnliche Töne aus der Querflöte von Christiane Hilbring mischen sich mit Vogelgezwitscher. Die Sonnen strahlt auf betroffene Gesichter. Der heitere Sommermorgen auf der Gartenstraße steht in Kontrast zum Thema: Von Meta Gottschalks "furchtbarem Tod in der Gaskammer", spricht Hermann Löhring, von 7,7 Tonnen menschlichem Haar, das in Auschwitz in Papiertüten für den Transport verpackt wurde. "Es ist unvorstellbar, es ist unerträglich", liest Löhring mit belegter Stimme.

Hermann Löhring, Lehrer an der Anne-Frank-Realschule Ahaus, und ehemalige Schülerinnen der Realschule lesen Auszüge aus ihrer Dokumentation "Uroma, wer waren die Gottschalks?", während Gunter Demnig den ersten "Stolperstein" verlegt.

Von der Gartenstraße 16 nach Auschwitz Der Aktionskünstler war am Freitagmorgen nach Nienborg gekommen, um mit drei "Stolpersteinen" an Meta, Rosa und Siegmund Gottschalk zu erinnern. Vor dem Haus Gartenstraße 16 verlegte er einen Stein für Meta Gottschalk, die dort bis 1937 lebte, 1942 deportiert und in Auschwitz ermordet wurde. Zwei weitere Steine, die jetzt vor dem Haus Hauptstraße 5 liegen, tragen die Namen des Ehepaars Siegmund und Rosa Gottschalk. Die "letzten Juden von Nienborg" wurden 1941 nach Riga deportiert und ein Jahr später ermordet. "Die 'Stolpersteine' sollen dazu beitragen, uns aufzurütteln und darüber nachdenklich zu machen, was vor 70 Jahren geschehen ist", sagte Bürgermeister Ulrich Helmich. Landrat Dr. Kai Zwicker, zahlreiche Vertreter des Rats, der Gemeinde Heek und der Heimatvereine nahmen an der Verlegung der "Stolpersteine" teil, ebenso die drei örtlichen Schulleitungen und die Zehntklässler der Kreuzschule. Es waren Nachbarn Diese haben sich in einem Kunstprojekt mit dem Thema "Helden und andere wichtige Menschen" auseinandergesetzt. Stellvertretend für ihre Stufe las Jennifer Gausling ein Versprechen der Schüler vor: "Wir können nicht wissen, ob wir den Mut gehabt hätten, uns für eine jüdische Familie einzusetzten, die in unserer Nachbarschaft lebte. Wir können auf unserem Weg ins Leben aber die Augen aufmachen und verhindern helfen, dass sich Böses je wiedes so ausbreitet. Deshalb sind wir heute hier: Wir wollen versprechen, unser Bestes zu tun, damit diese Welt ein guter Platz für alle wird!"

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