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Tresorraub aus Arztpraxis in Heek bleibt vor Gericht ungeklärt

Amtsgericht Ahaus

Zu einer extrem kurzen Beweisaufnahme kam es am Dienstagmorgen am Amtsgericht. Mit der Folge, dass der 21-jährige Angeklagte vom Vorwurf des schweren Diebstahls in Heek freigesprochen wurde.

Heek

, 09.01.2019

Nicht selten ziehen sich Beweisaufnahmen vor Gericht über viele Minuten, manchmal gar über Stunden hin. Nicht so jedoch im Fall des 21-jährigen Angeklagten aus Steinfurt. Dabei sagte dieser vor Gericht selbst herzlich wenig aus. Vielmehr war es sein Verteidiger, der nach der Verlesung der Anklageschrift durch die Staatsanwaltschaft eine kurze Erklärung im Namen seines Mandanten abgab.

„Mein Mandat ist der deutschen Sprache nicht vollumfänglich mächtig“, begründete der Verteidiger dieses Vorgehen. Direkt danach wurde die Beweisaufnahme geschlossen. Die Staatsanwältin hatte keinerlei Nachfragen. Und auch der Richter verzichtete darauf. Doch der Reihe nach.

Schwerwiegender Vorwurf

Der Vorwurf, dem sich der 21-Jährige ausgesetzt sah, lautete: schwerer Diebstahl. So soll der Steinfurter in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 2016 in Heek gewaltsam durch das Aufhebeln einer Tür in eine Arztpraxis eingedrungen sein, um in der Folge einen Schranksafe zu entwenden. In diesem soll sich neben Rezepten, angebrochenen Medikamentenpackungen auch eine EC-Karte befunden haben. Der entwendete Safe selbst sei wenige Tage später in Burgsteinfurt in der Bauernschaft Sellen wieder aufgetaucht - etwas abseits eines kleinen Wegs.

In der Nähe des Fundortes und direkt neben dem Tresor seien, so die Anklageschrift, Zigarettenstummel mit der DNA des Angeklagten gefunden worden. Wie die ermittelnden Behörden auf den Angeklagten als Tatverdächtigen kamen und in dessen Folge auch einen DNA-Abgleich durchführten, wurde vor Gericht nicht spezifiziert.

Angeklagter hat plausible Erklärung parat
„Die Spurenlage lässt keine Verurteilung zu.“ (Richter)

Dem ungeachtet hatte der Verteidiger in der Verlesung eine plausible Erklärung für die Zigarettenstummel am Fundort des Tresores. „Mein Mandat geht dort oft spazieren und ist Raucher. Er schnipst die Zigarettenstummel immer einfach weg.“ Somit hätten, so der Verteidiger weiter, die Stummel auch schon vor dem Auffinden des Tresores dort gelegen haben können. Widerlegen konnte die Staatsanwaltschaft dies jedenfalls nicht.

Und da es am Tatort, der Arztpraxis in Heek, keinerlei brauchbare Spuren gab, die den Angeklagten hätten belasten können, plädierte selbst die Staatsanwältin in ihrem Schlusswort auf Freispruch aus Mangel an Beweisen. Diesem schloss sich das Gericht an. „Die Spurenlage lässt keine Verurteilung zu“, so der Richter. Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse.

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