Hier beatboxt Nerses Ohanyan auf einer Flöte

Philharmoniker Dortmund

Nerses Ohanyan macht mit seinem Mund, der Nase und dem Rachen Schlagzeugklänge. Gleichzeitig spielt der Praktikant der Dortmunder Philharmoniker auf seiner Querflöte. Bach und Paganini oder ACDC und System of a Down. Das Zuhören ist ein Erlebnis. Wir haben zwei Videos von seinem ungewöhnlichen Talent.

DORTMUND

, 16.10.2015, 01:18 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Geräusche, die Nerses Ohanyan erzeugt, in Zusammenspiel von Instrument und seinem Körper, das klingt ungewohnt, modern, mitreißend. Es hebt den 26-Jährigen unter vielen Flötisten hervor. Entdeckt hat er diese Musikform vor drei Jahren auf Youtube. Anschließend habe er einfach ein bisschen geübt, sagt er.

Sechs Jahre Flöte studiert

Mittlerweile kann er 30 Minuten Programm füllen. Wenn der junge Mann, der aus Armenien stammt, sein Flöten-Beatboxing macht, dann bebt sein ganzer Körper. Das ist fast schon Hochleistungssport, was er da macht. Es sei, sagt Ohanyan, schon anspruchsvoll. Er müsse sich stark konzentrieren, weil er gleichzeitig spielen, beatboxen und denken müsse. Es sei, sagt er, erstmal nur ein Hobby. Nerses Ohanyan studiert seit sechs Jahren Flöte an der Folkwang Universität der Künste in Essen. In dieser Spielzeit hat er sich bei den Dortmunder Philharmonikern für ein Praktikum beworben - und Soloflötist Felix Reimann bei einem Casting von seinem Talent überzeugt.

Nun darf er im Orchester der Oper Tristan und Isolde am Theater mitwirken. Und in der nächsten Woche ist er Teil eines Riesenprojekts. Dann spielen und singen 120 Musiker, zwei Solisten und ein Chor Mahlers Auferstehungssinfonie beim zweiten Philharmonischen Konzert im Konzerthaus. 

Einblicke in das Orchesterleben

Nerses Ohanyan sitzt an den beiden Abenden an der Seite von Felix Reimann, der seinen Praktikanten auch nebenbei unterrichtet. Das Praktikum, sagt Ohanyan, sei eine tolle Möglichkeit, Einblicke in das Orchesterleben zu bekommen. „Jeder Student träumt von so einer Chance“, sagt er. Besonders zu schätzen weiß er die herzliche Atmosphäre unter den Musikern. Das nehme den Druck. „Man muss einfach nur spielen, dann wird alles gut“, sagt Ohanyan.

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