"Hotel Lux" kommt über flache Posse nicht hinaus

Bully Herbig im Kino

Ein Moskauer Hotel in den 30er Jahren. Kommunisten aus aller Welt genießen die „Gastfreundschaft“ des Genossen Stalin. Der zieht Säuberung um Säuberung durch, Armee und Partei zittern vor Denunzianten. Auch im „Hotel Lux“, Schauplatz der gleichnamigen Komödie von Leander Haußmann, herrscht die Angst.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 25.10.2011, 17:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
»Bully« Herbig als Gast im Hotel Lux.

»Bully« Herbig als Gast im Hotel Lux.

In diese Falle lässt Haußmann zwei Varieté-Komiker tappen, Hans Zeisig (Michael Herbig) und Siggi Meyer (Jürgen Vogel). In Berlin parodierten sie Hitler und Stalin, im Lux müssen sie wieder Scharade spielen, um ihre Haut zu retten. Mit den Mitteln der Posse will Haußmann die Diktatoren-Pest in Grund und Boden witzeln. Große Vorbilder werfen lange Schatten: Lubitschs „Sein oder Nichtsein“ und Chaplins „Der große Diktator“. Wo die hintersinnig die Eitelkeit der Mächtigen und den Kadavergehorsam ihrer Paladine entlarvten, tummelt sich Haußmann im muffigen Fundus der Klamotte.

Knallchargen allerorten: Ulbricht sächselt und baut Mauern aus Zuckerwürfeln. Stalin empfängt Besuch, während er auf dem Klo thront. Herbigs Figur, Schelm, Narr, Lausbub, schlawinert sich zu Stalins Astrologen hoch. Um ihn werden Leute abgeführt und gehen dem Henker entgegen. Die Tragikomödie ist die Königsdisziplin des Humors, doch Haußmann scheitert. Er  findet keine Balance zwischen Komik und Schrecken, er trifft nicht den Ton. Der Witz bräuchte Tiefe, verläppert sich aber im Flachwasser. Und „Bully“ Herbig, dieser Zampano des Seichten, ist schlicht eine Fehlbesetzung.

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