Hunderttausende Mini-Aale bevölkern die Gewässer in NRW

NRW

Der Aal-Bestand im Land geht seit Jahrzehnten zurück. NRW hat daher 1,2 Millionen Glasaale bestellt, um sie in Gewässern auszusetzen. Möglicherweise werden jedoch andere geliefert – und weniger.

Düsseldorf

02.06.2020, 17:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hunderttausende Mini-Aale werden derzeit in den Gewässern Nordrhein-Westfalens ausgesetzt.

Hunderttausende Mini-Aale werden derzeit in den Gewässern Nordrhein-Westfalens ausgesetzt. © picture alliance/dpa

Hunderttausende Mini-Aale werden derzeit in den Gewässern Nordrhein-Westfalens ausgesetzt. Ein französischer Unternehmer hat den Zuschlag erhalten, für fast 13.000 Euro über 1,2 Millionen Glasaale zu liefern, um den Bestand wieder aufzubauen. Bis der sich messbar erhole, vergingen allerdings Jahrzehnte, erklärte der Sprecher des Landesumweltamts, Wilhelm Deitermann, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.


Aal-Bestände gehen stark zurück

Schon seit den 1980-er Jahren gehe der Bestand des europäischen Aals stark zurück, berichtete die Behörde. „Nur noch 1,6 Prozent des ursprünglichen Glasaalbestands kommt heute noch an den Küsten der Nordsee an.“

Glasaale hätten eine sehr hohe Überlebensquote, sagte Deitermann. Dabei sollen die bestellten Mini-Fische nicht mehr als eine Briefklammer wiegen. Entgegen der ursprünglichen Ausschreibung könnten statt der bestellten 1,2 Millionen Glasaale mit jeweils bloß 0,4 Gramm Gewicht aber auch 400.000 Farmaale geliefert werden, die jeweils zehn Gramm auf die Waage bringen.

Finanzierung durch die EU

Das Programm wird aus einem Fördertopf der Europäischen Union finanziert. Die EU hatte 2007 eine EU-Aalverordnung verabschiedet, um den Bestand wieder aufzubauen.

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In NRW werden seit 2010 jährlich etwa 400.000 Jungaale in Fließgewässern aller Regionen ausgesetzt - vor allem in kleineren Bächen. Seit 2019 werden Glasaale bevorzugt, soweit sie verfügbar sind. „Meist stammen die Fische aus England oder Frankreich, da es in Deutschland keine Glasaalfischerei gibt“, erklärte Deitermann.

dpa

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