IBA Emscher trifft IBA Elbe

HAMBURG Die IBA Emscher Park hat das Ruhrgebiet verändert. Wird das auch an der Elbe gelingen, wo gerade die IBA Hamburg beginnt? Das Gelsenkirchener Museum für Architektur hat gerade eine Ausstellung eröffnet, in der beide Konzepte aufeinander treffen.

von Von Bernd Aulich

, 17.09.2007, 17:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Idee wurde im letzten Jahr bei der Architektur-Biennale in Venedig geboren. Dort stellte sich das in Gelsenkirchen verankerte mobile Museum für Architektur und Ingenieurkunst (M:AI) als Kernstück der nordrhein-westfälischen Landesinitiative Stadtbaukultur vor.

Zum Start der jüngsten Internationalen Bauausstellung im Hamburg holt M:AI-Chef Dr. Wolfgang Roters jetzt zum Doppelschlag aus. "IBA meets IBA" heißt eine in Gelsenkirchen konzipierte Ausstellung, die in Hamburg danach fragt, was eine Internationale Bauausstellung leisten kann. Mit einer Rückblende erinnert sie daran, dass die IBA-Geschichte 1901 mit der berühmten Mathildenhöhe in Darmstadt begann. Künstler des Jugendstils inszenierten die Stadt als Gesamtkunstwerk.

Die Weißenhofsiedlung Stuttgart stieß 1927 das Tor zur Moderne auf. Mit der Stalinallee in Ostberlin und der Interbau im Berliner entbrannte 1952 ein Wettstreit der Systeme, während die 1987 folgende Berliner IBA sich auf urbane Werte zurück besann.

Sünden korrigieren

Noch heute wirkt in der Metropolregion Ruhr die IBA Emscher Park als Werkstatt für alte Industriearchitektur, aber auch als Versuch nach, die größten Sünden an der Natur zu korrigieren. Genau dort setzt in den vom Braunkohle-Bergbau hinterlassenen Albtraum-Landschaften die bis 2010 laufende IBA Fürst-Pückler-Land in Brandenburg an. Wie Städte eine gesunde Schrumpfkur bewältigen, führt ebenfalls bis 2010 die IBA Stadtumbau in Sachsen-Anhalt vor.

Zu sehen ist die anschauliche Rückblende bis Ende Februar 2008 mitten auf der größten Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg in einem als Ausstellungssaal hergerichteten ehemaligen Edeka-Supermarkt. Der ungewöhnliche Standort ist kein Zufall. Auf der fast 27 Quadratkilometer großen Elbinsel startete zeitgleich die neue Hamburger IBA mit der bis Ende Juli 2008 laufenden Ausstellung "IBA at Work".

Thema Kosmopolis

"Wie können wir verhindern, dass Stadtteile abgekoppelt werden?", fragte Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup vom Bundesbauministerium zur Eröffnung. Beantworten soll dies bis 2013 das Leitthema "Kosmopolis". Menschen aus 40 Nationen leben in den Hochhaus-Siedlungen der von Autobahnen zerschnittenen Elbinsel Wilhelmsburg. Von den Hamburger Antworten kann das Revier noch lernen.

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