Im neuen Theater "Rottstr5" treten auch Fernsehstars auf

Eröffnung in Bochum

BOCHUM Ein neues Theater für Bochum. Eigentlich hatte man gedacht, Frank Goosen würde das Rennen machen. Sein Projekt der Kabarett- und Kleinkunstbühne "Café Industrie" scheitert jedoch weiter an Streitereien mit der Stadt um die Erschließung des Geländes. Stattdessen hat jetzt das "Rottstr5-Theater" eröffnet.

von Von Max Florian Kühlem

, 30.10.2009, 15:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Im "S. Requiem für Sylvia Plath" spielt Dagny Dewath himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt.

<p>Im "S. Requiem für Sylvia Plath" spielt Dagny Dewath himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt.

Zumindest in Bochum sind auch die Leiter der neuen freien Bühne keine Unbekannten: Die Regisseure Arne Nobel und Hans Dreher inszenierten die beiden größten Publikumshits des Schauspielhauses: "A Tribute to Johnny Cash" und "...Quentin Tarantino". Und Jürgen-Kruse-Schüler Martin Fendrich machte schon als Regieassistent unter Leander Haußmann von sich reden. In einem kleinen, gewollt unfertig wirkenden Halbrund unter einer Bahnstrecke in Bochums Innenstadt verwirklichen die Künstler nun ihre ganz eigene Vorstellung von Theater.

Zumindest in Bochum sind auch die Leiter der neuen freien Bühne keine Unbekannten: Die Regisseure Arne Nobel und Hans Dreher inszenierten die beiden größten Publikumshits des Schauspielhauses: "A Tribute to Johnny Cash" und "...Quentin Tarantino". Und Jürgen-Kruse-Schüler Martin Fendrich machte schon als Regieassistent unter Leander Haußmann von sich reden. In einem kleinen, gewollt unfertig wirkenden Halbrund unter einer Bahnstrecke in Bochums Innenstadt verwirklichen die Künstler nun ihre ganz eigene Vorstellung von Theater.

Die Schauspieler mögen's: Ein Großteil des Ensembles des Bochumer Schauspielhauses hat hier schon gespielt oder wird noch spielen, Namen wir Maren Eggert, Peter Jordan, Lukas Gregorowicz kündigen sich an. Am 9. November ist Thomas Thieme zu Gast, der unlängst Alt-Kanzler Helmut Kohl im ZDF-Film spielte.

Welch hohe Qualität die eigenen Inszenierungen des Rottstr5-Theaters haben, beweist etwa "S. Requiem für Sylvia Plath", das am Dienstag Premiere feierte. Regisseur Martin Fendrich hat der amerikanischen Dichterin, die sich 1963 30-jährig das Leben nahm, ein würdiges Denkmal gesetzt. Mit einer Collage aus Gedichten, Kurzprosa, Tagebucheinträgen und Briefen.

Dagny Dewath, sonst am Schauspielhaus Bochum, spielt darin nach dem Rhythmus einer bipolaren Störung: Ihre Sylvia Plath ist entweder himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt.

Dazwischen hat kaum eine Empfindung Platz. Mal ist sie glücklich und zart, mal wütet sie in depressiven Zuständen durch Haufen von Textblättern - durch ein Bühnenbild, das mit einfachen Mitteln maximale Wirkung erzielt. Durch die Reduktion wird dieses Theater lebendig. Ein Besuch an der Rottstraße 5 lohnt!

"S. Requiem für Sylvia Plath" ist wieder zu sehen am 1. November, 20 Uhr.

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