Irische Impfkommission rät Astrazeneca-Impfungen vorsichtshalber auszusetzen

Coronavirus

Die irische Impfkommission empfiehlt, die Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca vorübergehend zu stoppen. Hintergrund sind neue Berichte über Fälle von schweren Blutgerinnseln.

Dublin

14.03.2021, 13:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Als Vorsichtsmaßnahme wird in Irland vorübergehend von der Verabreichung des Astrazeneca-Präparats abgeraten, bis weitere Informationen verfügbar seien.

Als Vorsichtsmaßnahme wird in Irland vorübergehend von der Verabreichung des Astrazeneca-Präparats abgeraten, bis weitere Informationen verfügbar seien. © picture alliance/dpa/SOPA Images via ZUMA Wire

Die Impfkommission in Irland hat sich für einen vorübergehenden Stopp der Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca ausgesprochen. Grund seien neue Berichte der norwegischen Arzneimittelbehörde über vier Fälle von schweren Blutgerinnseln nach Verabreichung des Mittels, hieß es in einer Mitteilung am Sonntag.

Es werde nicht gefolgert, dass es irgendeinen Zusammenhang zwischen dem Astrazeneca-Impfstoff und diesen Fällen gebe. Als Vorsichtsmaßnahme werde aber dennoch vorübergehend von der Verabreichung des Präparats abgeraten, bis weitere Informationen verfügbar seien.

Dänemark legt zweiwöchigen Impfstopp ein

Zuerst hatte Dänemark die Impfungen mit dem Vektorvakzin gestoppt. Als Grund wurden Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln genannt. Dabei wurde auch über einen möglichen Todesfall berichtet. Man könne jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vakzin und den Blutgerinnseln bestehe, hieß es.

Nach Behördenangaben wird der Stopp zunächst 14 Tage dauern. Nach der Bekanntgabe in Kopenhagen entschlossen sich auch die Nicht-EU-Länder Norwegen und Island, den Gebrauch des Präparats von Astrazeneca vorübergehend zu stoppen.

In Italien wurde wiederum die Verabreichung einer Charge nach „schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen“ gestoppt, wie die Arzneimittelbehörde Aifa mitteilte. Bislang gebe es keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung und diesen Vorfällen. Ausgesetzt wurden die Impfungen aber nicht. Vor allem der Tod eines Marineoffiziers auf Sizilien nach der Impfung hatte für Aufsehen gesorgt. Die Behörden ermitteln in dem Fall.

Paul-Ehrlich-Institut: Nutzen des Impfstoffes überwiegt

Bis 10. März wurden der EMA nach eigenen Angaben 30 Fälle von „thromboembolischen Ereignissen“ bei fast fünf Millionen mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpften Menschen in der EU gemeldet. Dies sei nicht mehr als statistisch zufällig und komme auch ohne Impfung in der Bevölkerung vor.

Deutschland will an den Astrazeneca-Impfungen weiterhin festhalten. Es gebe derzeit „keinen Hinweis, dass die Impfung diese Erkrankungen verursacht hat“, schrieb das Paul-Ehrlich-Institut. „In Übereinstimmung mit der EMA überwiegt aus Sicht des Paul-Ehrlich-Instituts der Nutzen der Impfung die bekannten Risiken.“

RND

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