„Manhunt - Tödliche Spiele“ ist komplex und spannend

Streaming-Kritik

Er ist pummelig und wirkt völlig harmlos. Trotzdem wird Wachmann Richard Jewell als Bombenleger abgestempelt. Die Serie „Manhunt - Tödliche Spiele“ erzählt, ob er wirklich schuldig ist.

26.03.2020, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Richard Jewell ist eigentlich nur ein harmloser Wachmann bei den Olympischen Spielen in Atlanta, bevor er als vermeintlicher Terrorist verhaftet wird.

Richard Jewell ist eigentlich nur ein harmloser Wachmann bei den Olympischen Spielen in Atlanta, bevor er als vermeintlicher Terrorist verhaftet wird. © Lionsgate/Lewis Jacobs

Was für ein tiefer Fall! Da wird der freundliche Security-Mitarbeiter Richard Jewell durch die Medien zum Helden gemacht, weil er als Erster eine Bombe unter einer Parkbank entdeckt und viele Menschenleben rettet. Dann macht ihn das FBI zum Terroristen, nur weil die Behörde dringend einen Fahndungserfolg braucht. Wie kann sich Richard Jewell rehabilitieren und vor allem: Wo steckt der wahre Täter?

Die Handlung ist spannend und wahr

Das ist die Handlung der wirklich guten TV-Serie „Manhunt – Tödliche Gemeinnisse“, die gerade im Streaming-Angebot von Magenta TV angelaufen ist. Das Erstaunliche an dieser hochspannenden Geschichte: Sie ist wahr. Die vier Anschläge, Richard Jewell (1962-2007) und den wahren Täter gab es wirklich, die erste Rohrbombe explodierte tatsächlich 1969 im Centennial Olympic Park während der Olympischen Spiele von Atlanta.

Zehn Folgen der zweiten Staffel bei Magenta TV zu sehen

Nichts ist eben spannender als die Wirklichkeit, beweisen solche True-Crime-Formate. Dabei ist Manhunt – Tödliche Spiele“ die zweite Staffel, schon die erste Staffel „Manhunt – Unabomber“ (damals bei Netflix) galt als sehr gelungen.

Die neue Serie folgt in zehn Folgen den verblüffenden Wendungen, die diese Menschenjagd nimmt, und die schließlich Kurs nimmt auf einen kleinen Bürgerkrieg. Extrem schlecht kommt in dieser Serie das FBI – ansonsten in Polizei-Serien gern gefeiert – weg. Diese Schnösel in dunklen Anzügen missachten immer wieder den ausgefuchsten Bombenfachmann Earl Embry, charismatisch dargestellt von Arliss Howard.

Herausragende Schauspieler zeigen Entwicklung der Figuren

Überhaupt verfolgt die Serie mit herausragenden Schauspielern, wie das Geschehen die Lebenswege aller Beteiligten dramatisch verändert. Dabei sticht der Jewell-Darsteller Cameron Britton mit seiner stillen Würde heraus, ebenso die karrieresüchtige Journalistin Kathy Scruggs (Carla Gugino) und der FBI-Agent Jack Brennan (Gethin Anthony).

Es einer der seltsamen Scherze der Corona-Krise, dass am 19. März 2020 eigentlich der Kinofilm „Der Fall Richard Jewell“ von Clint Eastwood in Deutschland auf die Leinwände kommen sollte. Im Vorfeld gab es Befürchtungen, der Eastwood-Film würde den Start dieser TV-Serie überstrahlen. Nun ist der Kinostart verschoben und die Serie hat das Thema vorerst für sich allein.

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