Italien lässt Rettungsschiff anlegen – nach Absage aus Malta

Seenotrettung

Malta hat einem Rettungsschiff der Organisation Open Arms die Einfahrt in einen sicheren Hafen verboten. Jetzt dürfen über 350 Flüchtlinge und Migranten auf Sizilien an Land gehen.

Rom

02.02.2020, 10:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Über 350 Migranten, die das Rettungsschiff „Open Arms“ vor Libyen aus Seenot geborgen hat, dürfen in Sizilien an Land gehen. Zuvor hatte die italienische Regierung der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms nach mehreren Tagen des Wartens am Samstagabend die Genehmigung zum Einlaufen in Pozzallo gegeben. (Archivbild).

Über 350 Migranten, die das Rettungsschiff „Open Arms“ vor Libyen aus Seenot geborgen hat, dürfen in Sizilien an Land gehen. Zuvor hatte die italienische Regierung der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms nach mehreren Tagen des Wartens am Samstagabend die Genehmigung zum Einlaufen in Pozzallo gegeben. (Archivbild). © Salvatore Cavalli/AP/dpa

Italien hat ein Schiff mit 363 Flüchtlingen und Migranten an Bord das Anlegen erlaubt. Die Insassen dürften am Hafen von Pozzallo auf Sizilien „erstmals seit langer Zeit wieder an Land gehen“, teilte die Rettungsorganisation Open Arms am Samstagabend auf Twitter mit.

Deren Schiff hatte die Migranten bei fünf Rettungsaktionen an Bord genommen. Sie waren den Angaben zufolge zuvor auf in Seenot geratenen Booten unterwegs, die in Libyen aktive Schleuser in den vergangenen Tagen auf See geschickt hatten.

Malta habe dem Rettungsschiff nicht die Einfahrt in einen sicheren Hafen gestattet, teilte Missionschef Gerard Canals zuvor mit. Daher setze die Crew nun ihre Hoffnungen auf Italien. Canals hatte zudem die Sorge geäußert, dass den Menschen auf dem Schiff das Essen ausgehen könne. Das Schiff habe etwa 30 Kilogramm Reis an Bord, was noch für etwa zwei Tage ausreiche.

Bedingung: EU-Länder sollen auch Flüchtlinge aufnehmen

In den vergangenen Monaten hatte die Regierung in Rom anderen Rettungsschiffen mit Flüchtlingen und Migranten an Bord das Anlegen erlaubt, dafür jedoch die Bedingung genannt, dass andere EU-Länder einige der Menschen aufnehmen.

Etliche Staaten kamen dem nach. Italiens letzte Regierungskoalition, der die rechte Partei Lega angehörte, hatte privaten Rettungsschiffen auf Geheiß des damaligen Innenministers Matteo Salvini noch den Zugang zu italienischen Häfen verboten. In der Folge harrten Crew und Migranten oft tagelang auf See aus - oder sahen sich gezwungen, bis nach Spanien zu fahren.

RND/AP