Jede Bewegung erzählt eine Geschichte

MANNHEIM Chrissie Cartwright (58), britische Choreografin und Regisseurin, hat für Theater und Fernsehen gearbeitet, wo sie "Kiss Me Kate", "Sherlock Holmes - The Musical", "The Entertainer" und vieles mehr in Szene setzte. Lange war sie künstlerische Leiterin und Regisseurin der Londoner "Cats", betreute aber auch Ableger in Berlin, Moskau, Madrid und Amsterdam. Kai-Uwe Brinkmann traf sie in Mannheim.

von Von kai-Uwe Brinkmann

, 02.08.2011, 13:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jede Bewegung erzählt eine Geschichte

Cats-Choreografin Chrissie Cartwright

Wie war Ihre erste Begegnung mit "Cats"? Das war 1986, als mich Gillian Lynne anrief, die Choreografin der ersten Londoner Show. Die lief seit fünf Jahren und Lynne hat beobachtet, dass das Niveau über diese Distanz nachgelassen hatte. Ich wurde engagiert, um die Show lebendiger und besser zu machen. Dazu ging ich nach Wien, sah dort eine exzellente Truppe und nahm meine Erfahrungen mit nach London. Wir hatten in London gute und nicht mehr so gute Katzen. Also brachten wir frische Tänzer ins Ensemble und merkten, dass neue Kräfte die Produktion stark beleben.Wie würden Sie "Cats" vom Tanzstil her beschreiben? Gillian Lynne war ein klassisch ausgebildete Ballerina, die durch Erfahrungen für Film und Fernsehen in Amerika ihren Stil in Richtung Jazz Dance erweiterte. Das war in ihrem Fach eher ungewöhnlich. Meist bleiben erfolgreiche Tanzstars in ihrem Metier. Für "Cats" hat Gillian aus Ballett und Jazz einen einzigartigen Ausdruck entwickelt, der durch das Katzenhafte der Bewegung origineller wird. Jede Bewegung der Katzen erzählt eine Geschichte. Heraus kam ein Stil, der weder Ballett noch Jazz Dance, sondern typisch "Cats" ist.Warum sollte man sich die neuen "Cats" anschauen, wo liegt der Reiz der Produktion? Zum einen arbeiten wir mit einer schönen neuen Übersetzung von Michael Kunze, die sehr poetisch ist. Mit unserem Zelt und der Rundbühne rücken die Zuschauer jetzt dicht an die Akteure, weil die Bühne in die Ränge ragt. So war das schon bei der Urversion in London, wo man lange nach so einer Bühne gesucht hat. Und dann denke ich, dass "Cats" für junge Leute eine fantastische Einführung in die Theaterwelt ist. Es geht um Beziehungen, da ist aber auch eine spirituelle Ebene, wenn Sie darauf achten. Wir bieten tollen Tanz zu einer Musik, die zu Andrew Lloyd Webbers Sternstunden zählt.