Jena führt als erste Stadt Mundschutzpflicht in Supermärkten und Bussen ein

Coronavirus

In der Corona-Krise wird das Tragen von Mundschutz in einigen Thüringer Kommunen zur Pflicht: Jena nimmt eine Vorreiterrolle ein. Das Robert-Koch-Institut rät zum Bedecken von Mund und Nase.

Jena/Nordhausen

05.04.2020, 13:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ab diesem Montag wird das Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes in Jenaer Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend.

Ab diesem Montag wird das Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes in Jenaer Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend. © picture alliance/dpa

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus wird in Jena ab Montag (6. April) das Tragen von Mundschutz etwa in Geschäften sowie Bussen und Bahnen Pflicht. Damit soll eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen eingedämmt werden.

Nach Angaben der Stadt ist dabei aber kein medizinischer Mundschutz nötig - es reichen selbstgenähte Masken, Tücher oder Schals, die Mund und Nase bedecken.

Der Schritt gelte nicht dem Eigenschutz, sondern dem Schutz anderer, hieß es. Ab Freitag (10. April) wird die Vorgabe auf weitere geschlossene Räume inklusive Arbeitsstätten mit mehr als einer Person ausgeweitet. Im Freien muss in der Öffentlichkeit kein Mundschutz getragen werden.

RKI weitet Empfehlungen aus

Jena gilt bundesweit als Vorreiter bei diesen Vorgaben. Inzwischen empfiehlt auch das Robert-Koch-Institut (RKI) das Tragen von Mundschutz. Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, heißt es auf der Internetseite der Bundesbehörde. Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Zuvor hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen.

Jena ist nicht die einzige Kommune in Thüringen, die Vorgaben zum Tragen von Mundschutz verschärft. So führt auch der Kreis Nordhausen schrittweise eine Mundschutzpflicht in Geschäften, Bussen und Taxis ein.

Kreis Nordhausen: Nach Ostern gilt Mundschutzpflicht

Ab Montag gilt dies zunächst als Empfehlung, nach Ostern wird es laut jüngster Allgemeinverfügung zur Pflicht. Ladeninhaber und Busfahrer könnten Personen ohne Mund-Nasen-Schutz dann den Zutritt verweigern. "Ich hoffe, dass es uns damit perspektivisch gelingt, wieder mehr Läden in Zukunft öffnen zu können, wenn wir uns alle mit diesen einfachen Mitteln schützen", erklärte Landrat Matthias Jendricke (SPD).

RND/dpa

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