Kampf der Generationen in "Das kleine Zimmer"

Im Kino

Der "Kampf der Generationen" ist ein wohl eher unbequemes Thema, wenn die Alten den Jungen den weiteren Lebensweg freimachen sollen. Es ist ein Drama. Ein Generationendrama. In der Regel ein Familiendrama. Im Film "Das kleine Zimmer" macht der über 80-jährige Schweizer Edmond (herausragend: Michel Bouquet) da keine Ausnahme.

von Von Klaus-Peter Heß

, 05.10.2011, 14:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rose (Florence Loiret-Caille) hilft Edmond (Michel Bouquet) beim Waschen.

Rose (Florence Loiret-Caille) hilft Edmond (Michel Bouquet) beim Waschen.

Er lebt allein in seiner großen Wohnung. Er ist gebrechlich. Sein Herz macht Probleme. Der Sohn möchte ihn in einem Heim unterbringen, weil ihn sein Berufsweg nach New York führt. Der Sohn ist verzweifelt. Der Vater wehrt sich. Selbst der jungen Pflegerin Rose (auch herausragend: Florence Loiret-Caille), die sich nach knappem Arbeitsplan um ihn bemüht, begegnet er mit schroffer Unhöflichkeit. Edmond ist kein Sympathieträger. Dafür ist die Figur zu wirklichkeitsnah charakterisiert.

Sie kommen sich näher Stéphanie Chuat und Véronique Reymond, beide für Drehbuch und Regie verantwortlich, schenken dem Betrachter nichts. Und sie setzen noch einen drauf. Rose hatte im achten Monat eine Totgeburt. Seitdem trägt sie Trauer, ist unnahbar, überempfindlich, kaum zu positiven Gefühlen fähig. Ein junges Abbild des alten Edmond.

Die beiden kommen sich näher. Für eine bewegende kurze Zeit. Rose hilft Edmond, endlich Einsicht zu zeigen. Das ist von rührender Emotionalität, aber nie überzeichnet. Ein erster großartiger Film, der sich den Generationenverhältnissen stellt. 

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