Kanzleramtsminister Braun: Höhepunkt der Krise steht erst bevor

Coronavirus

Noch ist der Höhepunkt der Corona-Krise nicht erreicht, sagt Kanzleramtsminister Helge Braun. Auf die Zeit mit den höchsten Infektionszahlen müsse die Bundesregierung nun vorbereiten.

Berlin

05.04.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Helge Braun (CDU), Kanzleramtsminister, hat mit Blick auf die Corona-Pandemie betont, dass der Höhepunkt der Krise in Deutschland noch bevorstehe.

Helge Braun (CDU), Kanzleramtsminister, hat mit Blick auf die Corona-Pandemie betont, dass der Höhepunkt der Krise in Deutschland noch bevorstehe. © picture alliance/dpa

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat mit Blick auf die Corona-Pandemie betont, dass der Höhepunkt der Krise in Deutschland noch bevorstehe. Es sei nun die Aufgabe der Bundesregierung, „uns für unsere Bevölkerung auf den schwierigsten Teil dieser Krise vorzubereiten“, sagte Braun der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

„Die Zeit mit den höchsten Infektionszahlen liegt noch vor uns.“ Vor Beginn der momentanen Einschränkungen habe es eine „Verdoppelung alle drei Tage“ gegeben. Damit das Gesundheitswesen nicht überfordert werde, seien Verdopplungszeiten von deutlich mehr als zehn Tagen nötig, sagte Braun dem Blatt. „Wahrscheinlich sogar eher zwölf oder vierzehn Tage.“

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Mit Blick auf wegen der Corona-Pandemie geschlossene Schulen sagte der Kanzleramtsminister, die Vorstellung, dass sich Kinder „auf dem Schulhof zu 100 Prozent nach unseren Abstandsvorschriften verhalten, ist nicht sehr realistisch“. Kämen sie dann nach Hause, träfen sie vielleicht auf ihre Großeltern. „Dann können schnell Infektionsketten entstehen.“

Gesundheit vor Wirtschaft

Zur Situation der Wirtschaft sagte Braun: „Die Vorstellung, dass wir in Deutschland vielleicht bald manche Kranke nicht mehr versorgen können, weil die Zahl der Infektionen hochschießt, ist so schwerwiegend, dass ich sage: Das Wichtigste ist zunächst, dass wir das vermeiden. Dahinter steht die Wirtschaft erst mal einen großen Schritt zurück.“

Die Vizechefin der FDP-Bundestagsfraktion, Katja Suding, sagte dem „Spiegel“, die Bundesregierung müsse schnell eine Ausstiegsstrategie vorlegen. Mit deren Krisenkommunikation zeigte sie sich unzufrieden: „Wenn eine Regierung so drastische Maßnahmen beschließt, muss sie sehr gut erklären, warum sie notwendig sind“, sagte sie. „Da ist mir die Kommunikation der Regierung nicht klar genug, das geht besser.“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hielt in dem Nachrichtenmagazin dagegen: „Als Politiker sollten wir jetzt nicht lamentieren, sondern den Bürgern die harten, aber notwendigen Maßnahmen erklären“, sagte er. „Wer weiß, ob sie nicht sogar noch verschärft werden müssen.“ Das Leben gewinne doch auch an Wert, wenn man sich aus Überzeugung eine Zeit lang einschränke, um das Leben anderer Menschen zu retten.

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