Kay Voges kritisiert Besetzung der Berliner Volksbühne

Dortmunder Schauspielchef

Der Dortmunder Schauspielintendant Kay Vogel hat sich sehr kritisch über die Besetzung der Berliner Volksbühne geäußert. In einet Umfrage unter Deutschland 13 bekanntesten Intendanten, die die Süddeutsche Zeitung durchgeführt hatte, sagte Voges: „Die Besetzung ist stilllos, taktlos und anmaßend.“

DORTMUND

von Von Bettina Jäger und dpa

, 27.09.2017, 17:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Dortmunder Schauspielintendant Kay Voges kritisiert die Besetzung der Berliner Volksbühne scharf.

Der Dortmunder Schauspielintendant Kay Voges kritisiert die Besetzung der Berliner Volksbühne scharf.

Auch Wilfried Schulz (Düsseldorf) und Karin Bergmann (Wiener Burgtheater) äußerten sich zu dem Thema. Jedoch gehört die Stellungnahme von Voges zu den prägnantesten. Es heißt darin: „Gute Kunst entsteht nicht durch Basisdemokratie, sondern in einem komplexen Gemisch aus Arbeitsteilung, Dialog und flexiblen Hierarchien.

Die Berliner Debatte über Gentrifizierung ist dringlich, sie sollte aber nicht auf dem Rücken der Künstlerinnen und Künstler ausgetragen werden, die von der Politik dazu legitimiert werden, an der Volksbühne zu arbeiten. Für einen Intendanten ist das der absolute Albtraum.“

Aktivisten besetzen Volksbühne seit einer Woche

Polit- und Kunstaktivsten halten das Theater schon fast eine Woche besetzt (wir berichteten). Die rot-rot-grüne Berliner Regierung fährt einen Kuschelkurs mit den illegalen Eindringlingen. Dem umstrittenen Intendanten Chris Dercon und seinem Team läuft derweil die Zeit davon. Dringend benötigte Proben für die Eröffnung müssen ausfallen.

Bis drei Uhr morgens diskutierte Dercon in der Nacht zu Mittwoch mit den Besetzern. Anschließend übernachtete der Intendant auf zwei zusammengeschobenen Clubsesseln im Theater. Inzwischen haben Dercon und der für das Staatstheater verantwortliche Senator Klaus Lederer den Besetzern die Nutzung von zwei Nebenräumen der Bühne angeboten. Noch ist unklar, ob das Angebot angenommen wird.

Die ungebetenen Gäste scheinen inzwischen aus der Volksbühne genau das zu machen, was die Dercon-Kritiker verhindern wollen: Eine „Eventbude“ der Beliebigkeit. Von Kinderschminken bis zur „Einführung in die Marx’sche Kapitalismuskritik“ reicht das Protest-Programm.

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