Klimawandel in Zeiten der Corona-Krise – war da was?

Klimawandel

In diesem Jahr fällt die Weltklimakonferenz wegen Corona aus. Doch der zu deren Vorbereitung gedachte Petersberger Klimadialog findet trotzdem statt – wenn auch nur digital.

Berlin

27.04.2020, 12:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Freitag legten Klimaschutzaktivisten von Fridays for Future Plakate vor dem Bundestag nieder, um an die Klimakrise zu erinnern.

Am Freitag legten Klimaschutzaktivisten von Fridays for Future Plakate vor dem Bundestag nieder, um an die Klimakrise zu erinnern. © picture alliance/dpa

Klimadiplomaten sehen sich seit vielen Jahren schon mit dem immer gleichen Vorwurf konfrontiert: Ihr vieles Reisen von einer Klimakonferenz zur nächsten sei ja wohl kaum der Minderung von Treibhausgasen in der Atmosphäre dienlich. Als Vielflieger trügen sie mit zur Erderwärmung bei, die sie doch eigentlich begrenzen wollen.

Jetzt lesen

Die Teilnehmer des diesjährigen Petersberger Klimadialogs müssen sich allerdings keine Rechtfertigung zurechtlegen. Die internationale Konferenz findet am Montag und Dienstag coronabedingt erstmals nur digital statt, per Videoschalte.

Erster digitaler Klimagipfel

Im Laufe der zwei Tage werden sich Ministerinnen und Minister aus rund 30 Staaten zusammenschalten. Für Dienstag haben auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres und Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Präsenz angekündigt. Das Forum will vor allem über „nachhaltige Krisenbewältigung“ sprechen – also über die Frage, wie klimaschonende Strategien im Umgang mit der Pandemie und ihren Auswirkungen aussehen könnten.

„Die Frage, wie die Weltgemeinschaft den Neustart der Weltwirtschaft organisiert, ist für den Klimaschutz entscheidend“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze im Vorfeld der Konferenz. „Der Weg aus der aktuellen Krise ist daher auch ein Thema für die Klimaminister und für die internationale Ebene“ so die SPD-Politikerin.

Schulze hofft auf internationale Abstimmung

Schulze erhofft sich von den Gesprächen eine gesteigerte Bereitschaft zur internationalen Zusammenarbeit. „Ein abgestimmtes internationales Vorgehen bleibt auch in der Klimapolitik unabdingbar. Darum war es mir wichtig, dass wir uns trotz der Pandemie auch in diesem Jahr zum Petersberger Klimadialog treffen – wenn auch in anderer Form als sonst“, sagte sie. Als deutsche Umweltministerin ist sie Mitgastgeberin der Konferenz.

Weltklimakonferenz fällt in diesem Jahr aus

Die diesjährige Ausgabe der UN-Klimakonferenz – die COP 26 – fällt allerdings aus. Eigentlich sollte sie im November im schottischen Glasgow stattfinden. Doch die britische Regierung – sie hat die diesjährige Präsidentschaft der Weltklimakonferenz inne – hat das Gipfeltreffen der Klimadiplomatie auf nächstes Jahr verschoben.

Der britische Energieminister Alok Sharma möchte Zweifel daran zerstreuen, dass der Klimaschutz in der Corona-Pandemie an Bedeutung verliert. „Als Präsident der COP 26 stehe ich fest zu dem Ziel, den weltweiten Einsatz für den Klimaschutz zu erhöhen, damit wir unsere Zusagen aus dem Pariser Übereinkommen erfüllen“, sagte der Co-Vorsitzende des diesjährigen Petersberger Klimadialogs.

Gefragt sei jetzt ein „grüner und krisenfester Neustart“, bei dem niemand auf der Strecke bleibe. „Beim Petersberger Klimadialog werden wir über Möglichkeiten beraten, wie wir dieses Ziel in konkrete Taten umsetzen können“, kündigte Sharma an.